Viernheim

Umwelt Schüler und Erwachsene demonstrieren auf dem Apostelplatz für mehr Klimaschutz

„Generation vor uns hat versagt“

Viernheim.Unter dem Motto „Viernheim for Future“ haben sich am Freitagabend rund 100 Menschen auf dem Apostelplatz versammelt, um für mehr Klimaschutz zu demonstrieren. Eingeladen hatten dazu unter anderem die Grünen, die mit einem Stand mit europäischen Weinen und einem aufblasbaren Modell der Erde vor Ort waren. Auf Schildern forderten Demonstranten einen Ausstieg aus der Nutzung von Kohle und Erdöl sowie ein Tempolimit von 130 auf Autobahnen.

Helmut Träger, Erster Vorsitzender des Ortsverbands der Grünen, eröffnete die Veranstaltung. Er kritisierte die Klima-Politik der Bundesregierung, machte aber auch darauf aufmerksam, dass etwa in Viernheim vielerorts trockene und sichere Unterstellmöglichkeiten für Fahrräder fehlten. Peter Dresen vom BUND rief dazu auf, Vorgärten nicht in „Steinwüsten“ zu verwandeln und nicht unnötig mit dem Flugzeug zu reisen.

Obwohl die Demonstration von Erwachsenen initiiert worden war, waren auch einige Schüler auf den Apostelplatz gekommen. Am Mikrofon zu Wort meldete sich die 17-jährige Zeynep Evcil. Sie geht auf die Alexander-von-Humboldt-Schule (AvH) und engagiert sich bei den „Fridays for Future“-Aktionen in Mannheim. Evcil warb unter anderem dafür, weniger Plastik zu verwenden, und erzählte von ihrer Mutter, die als Kind noch selbst Papierverpackungen für viele Dinge des täglichen Gebrauchs selbst hergestellt hatte.

Die 14-jährige Robin Schöneck, die wie Evcil auf die AvH geht, erklärte im Gespräch mit dem „Südhessen Morgen“: „Der Klimawandel ist ein wichtiges Thema, und ich finde es gut, dass auch in einer kleinen Stadt wie Viernheim etwas dagegen unternommen wird. Unsere Generation ist gefragt, da die vorhergehende Generation versagt hat.“

Etwas enttäuscht über die Teilnehmerzahl war Bernhard Hoock, der sich beim BUND engagiert: „Ich hätte gedacht, es würde mehr los sein, aber zumindest ist ein Anfang gemacht.“

Ariane Isiksal, die eine Physiotherapiepraxis betreibt, hatte sich der Demonstration relativ spontan angeschlossen. „Jeder kann im Kleinen etwas zum Klimaschutz beitragen“, ist sie überzeugt. „Man muss sich nicht in Felle kleiden und in Lehmhütten wohnen. Aber man sollte zum Beispiel darauf achten, nicht zu viel Plastik zu verwenden. Man kann modern sein und trotzdem etwas fürs Klima tun.“

Auch die Freitagsdemonstrationen von Schülern in anderen Städten begrüßt sie. „Meine Söhne studieren, aber ich hätte es unterstützt, wenn sie für eine solche Demo nicht in die Schule gegangen wären.“

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