Viernheim

Jubiläum Stadt feiert Partnerschaft mit Silly / Focus und Verwaltung wollen bei Infotreffen zu Entwicklungsarbeit motivieren

Global denken – lokal handeln

Archivartikel

Viernheim.Die Partnerschaft zwischen Viernheim und der Gemeinde Satonévri in Burkina Faso besteht seit etwas mehr als 25 Jahren. Am 27. März 1994 unterzeichnete der damalige Bürgermeister Norbert Hofmann den Freundschaftsvertrag und legte damit den Grundstein für eine engagierte entwicklungspolitische Zusammenarbeit, die seither Früchte trägt. Zahlreiche Projekte wurden von der Stadt und dem Partnerschaftsverein Focus angestoßen – immer unter der Prämisse „Hilfe zur Selbsthilfe“ (siehe Sonderseite). Im September 2013 weitete die Stadt ihre Partnerschaft mit Satonévri auf die Region Silly aus, die mit ihren 32 Dörfern in etwa so viele Einwohner wie Viernheim hat. Am Donnerstag, 31. Oktober, wird das Jubiläum der Städtepartnerschaft nun im Bürgerhaus gefeiert.

„Wir könnten die Jubiläumsfeier natürlich dafür nutzen, uns alle ganz einfach selbst zu loben“, sagt Bürgermeister Matthias Baaß im Gespräch mit dieser Zeitung. „Aber stattdessen wollen wir an dem Tag lieber etwas Sinnvolles machen und Kommunen sowie Bürger für entwicklungspolitisches Engagement auf lokaler Ebene motivieren.“

„Fluchtursachen bekämpfen“

Aufgrund der aktuellen Migrationsbewegungen auf der Welt sei es „enorm wichtig“, so Baaß weiter, „die Lebensbedingungen in den Ländern zu verbessern, um so vor Ort die Fluchtursachen zu bekämpfen“. Insbesondere in Afrika würden die Menschen aufgrund der negativen Auswirkungen des Klimawandels und der sich stetig verschlechternden Lebensumstände aus ihrer ländlichen Heimat in die größeren Städte abwandern. Dort wiederum entstehe der häufige Wunsch zu einer Flucht nach Europa, die für viele der Beginn großen menschlichen Leids mit einem ungewissen Ausgang sei, erklärt der Bürgermeister. „Für die Menschen vor Ort und auch für unsere Kommunen stellt dieses Geschehen eine Entwicklung dar, die aufgehalten werden muss.“

Deshalb finden am kommenden Donnerstag gleich zwei Informationsveranstaltungen im Bürgerhaus statt. Unter der Überschrift „Global denken – lokal handeln. Wir übernehmen Verantwortung für die eine Welt“ kommen zunächst 22 Oberbürgermeister, Bürgermeister und Landräte aus der Metropolregion Rhein-Neckar bei einem Fachtreffen zusammen.

In Kooperation mit Focus wird die Stadt ab 14 Uhr den Vertretern mit Beispielen der eigenen Projekte in Silly Möglichkeiten aufzeigen, wie Entwicklungsarbeit auf Augenhöhe gestaltet werden kann. „Wer einmal dort war, weiß, was solche Projekte in Afrika alles bewegen können“, betont Baaß, der 2014 selbst die Region besuchte. Sein Ziel ist es, „noch mehr Kommunen für die Entwicklungsarbeit zu gewinnen“.

Einladung an Bürger

Da die Partnerschaft mit Silly in Viernheim eine sehr hohe Reputation und Mitwirkungsbereitschaft der Bevölkerung genieße, lädt die Stadt auch alle Vereine, Gruppen und Bürger zu einem Infoabend am Donnerstag, 19 Uhr, ein. Neben der Vorstellung von Praxisbeispielen durch den Afrikaverein Focus wird Engagement Global – das im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung aktiv ist – über die Möglichkeiten, sich entwicklungspolitisch zu engagieren, beraten. Fallou Mboge und seine One Family Band umrahmen den Abend mit westafrikanischer Musik und lassen ihn mit einem kleinen Konzert ausklingen.

Darüber hinaus werden die Klassen der Fröbelschule aktiv. Am Freitag, 1. November, laufen Lehrer und Schüler beim „Sternmarsch“ zum Kunsthaus, um die Foto- und Videoausstellung „Was geht, Planet?“ zu eröffnen und auf die Auswirkungen des Klimawandels hinzuweisen.

Sonderseite 11

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