Viernheim

Christi Himmelfahrt Kirchenchor Johannes XXIII. präsentiert Mozarts Krönungsmesse / Dankgottesdienst und Helferfest zum Abschluss der Arbeiten

„Gloria“ erstrahlt in der renovierten Apostelkirche

Archivartikel

Viernheim.Mehr als zwölf Jahre wurde die Apostelkirche saniert, renoviert und umgestaltet, vom Dachgebälk bis zum Fußboden. Den Abschluss der Arbeiten feiert die Pfarrei Johannes XXIII. mit einem großen Dankgottesdienst und einem kleinen Helferfest.

Der Kirchenchor Johannes XXIII. gestaltet den Gottesdienst an Christi Himmelfahrt auf besondere Art musikalisch mit – mit der Krönungsmesse von Mozart. Der Chor singt dabei im Wechsel oder auch gemeinsam mit vier Gesangssolisten, begleitet von einem eigens zusammengestellten Orchester. Unter der Leitung von Dirigent Thomas Jandl singt der Chor das „Kyrie“, das „Gloria“, das „Credo“, das „Sanctus“ und das „Agnus Dei“.

Zeichen der Erlösung

Der „Kyrie“-Ruf des Chors kommt ohne Einleitung direkt zur Sache und steigert sich dreimal. Das „Christe eleison“ der Solisten überrascht mit einer kurzen Eintrübung, die das Leiden Jesu andeutet, gefolgt von einem freundlichen Motiv in Dur zum Zeichen der Erlösung. Das „Gloria“ wird strahlend festlich hinausgerufen, vor allem die Soloparts von Johanna Brandl (Sopran), Gabriela Gomez (Alt), Eddie Wolff (Tenor) und Richard Park (Bass) sorgen für Gänsehaut. Das Gleiche gilt für den Ruf zum Glaubensbekenntnis „Credo in unum Deo, den „Heilig“-Gesang und das „Lamm Gottes“. Für den Chor, die Gesangssolisten, das Orchester und für den musikalischen Leiter Thomas Jandl gibt es am Ende kein schöneres Zeichen des Dankes und der Anerkennung als der lange Applaus der Gemeinde. Die Gottesdienstbesucher erheben sich von ihren Plätzen – tief beeindruckt, begeistert und bewegt von Mozarts Messe.

Pfarrer Ronald A. Givens blickt in der Predigt auf eine Überlieferung, wie die Krönungsmesse komponiert worden sei. In Niederbayern hätten schwedische Truppen im 30-jährigen Krieg ein ganzes Dorf abgebrannt. Aus den Trümmern sei ein Marienbild geborgen worden, fast unversehrt. Dieses Bild, als Zeichen des Trostes, wurde in einer Kapelle auf dem Plainberg ausgestellt. Bald war die Kapelle als Wallfahrtsort zu klein, es wurde eine Kirche gebaut. Zur Einweihung bekam das Gnadenbild von Maria Plain eine Krone, und aufgeführt wurde die Krönungsmesse von Mozart. Die Geschichte sei Sinnbild für den Tag Christi Himmelfahrt und für den Glauben – es müsse erst etwas in Asche liegen, man müsse Schmerz und Trauer erfahren haben, um dann auch Freude, Liebe und Glück zu spüren.

„So können wir unseren Glauben verstehen, leben und weitergeben“, sagt Pfarrer Givens. In der neu gestalteten Apostelkirche sei dies aufgegriffen in der Glaswand: „Das Glas dafür ist entstanden, indem man Aschepartikel und Luftbläschen zugesetzt hat.“

Dekan Peter Kern feiert den Gottesdienst mit, nachdem er bei der Altarweihe nicht dabei sein konnte. Er hat besondere Verbindungen zur Apostelkirche. Vor gut 30 Jahren sammelte er erste seelsorgerische Erfahrungen in dem Gotteshaus. „Ich bin tief beeindruckt von dem, was hier entstanden ist“, lobt er alle, die in den vergangenen Jahren viel Kraft und viel Geld in die Renovierung investiert haben. „Erfüllen Sie dieses Gotteshaus als „lebendige Steine“ mit Leben, wünscht Peter Kern sich von der Gemeinde auf deren weiterem pastoralen Weg.

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