Viernheim

Fronleichnam Prozession zum Hochfest des Leibes und Blutes Christi / Eucharistiefeier an der Apostelkirche

„Gottes Schöpfung wird geheilt“

Archivartikel

Viernheim.„Barcelona“, „Pelle“, „Kayova“: In der Rathausstraße entsteht eine besondere Landkarte. Zu den heiligen Orten, die in der Bibel erwähnt werden, schreiben die Viernheimer mit bunter Kreide die Orte, an denen sie persönlich Gottes Gnade und Gegenwart gespürt haben. So stehen Jerusalem, Bethlehem, Nazareth in einer bunten Wortwolke mit Rom, der Nordsee, einem Krankenhaus, dem Zuhause oder Viernheim. Die katholische Kirche feierte gestern das „Hochfest des Leibes und Blutes Christi“, an dem die Freude über die Gegenwart Jesu in die Stadt getragen wird.

Zur Prozession versammeln sich die Gläubigen auf dem Bolzplatz in der August-Bebel-Straße. Die Pfarrei Johannes XXIII. und die Gemeinde St. Hildegard-St. Michael haben je eine halbe gebrochene Hostie dabei: „Es steht für alles, was die Menschen trennt“, erklärt Pfarrer Ronald A. Givens, „und dafür, dass sie sich ergänzen.“ In der Monstranz werden die Hostienteile zusammengefügt.

An der ersten Station wird das diesjährige Thema „In Christus –eine neue Schöpfung“ umgesetzt. Am Brunnen in der Blauehutstraße steht das Franziskus-Kreuz als Zeichen der Gegenwart Gottes und des Heils der Schöpfung. So, wie Franziskus die Schöpfung in den Blick nahm, geht der Gedanke der Gläubigen hinaus in die Welt: nach Afrika, wo Raubbau an Rohstoffen betrieben wird, in den Osten, wo Bürgerkriege herrschen, nach Westen, wo Wirbelstürme die Länder zerstören und in den Norden, wo Gletscher schmelzen und Plastikmüll die Meere verschmutzt.

Symbolisch für den Blick in alle Himmelsrichtungen werden vom Brunnen mit der Monstranz aus bunte Bänder gespannt. „Eine Idee verändert das Angesicht der Erde, Gottes Schöpfung wird geheilt“, beten die Christen für die Hilfsorganisationen, die sich für den Erhalt der Schöpfung einsetzen. Schließlich kommen die Prozessionsteilnehmer zur Eucharistiefeier an der Apostelkirche zusammen. Die Pfarrer Givens, Angelo Stipinovich und Erhard Schmitt sowie Kaplan Christian Kaschub brechen das Brot. „Es ist heute keine Hostie, die rund und glatt ist“, führt Pfarrer Givens aus, „das Stück Brot hat Ecken und Kanten, genau wie wir Menschen.“ Und so unterschiedlich wie die Blüten, die den großen Blumenteppich vor dem Hauptportal zieren, seien auch die Menschen, die den Leib Christi empfangen. su

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