Viernheim

Kultur Herbys World begleitet die Weiße Nacht mit hochklassiger Musik / Verein Chaiselongue: Sozialem Anspruch gerecht geworden

Großartige Stimmung im Schrey-Garten

Viernheim.Hochklassige Musik aus verschiedenen Regionen der Welt, gemütliches Beisammensein in stilvollem Ambiente und die Möglichkeit zur Begegnung – das bot die Weiße Nacht am Freitag im Garten des Johannes-Schrey-Hauses. Bereits zum dritten Mal veranstaltete der Verein Chaiselongue – Kunst und Soziales sein Sommerkonzert, in diesem Jahr kooperierte der Verein mit der Viernheimer Lebenshilfe sowie den Amici d‘Italia. Ganz in Weiß gekleidet konnte das Publikum die Gruppe Herbys World genießen und sich bei mitgebrachten Speisen und Getränken verköstigen.

„Mit Veranstaltungen wie dieser werden wir unserem Leitbild als Verein für Kunst und Soziales gerecht“, berichtete Manfred Brandmüller als Vorsitzender von Chaiselongue. So bot die Weiße Nacht den Bewohnern des Schrey-Hauses eine aufregende Abwechslung im Alltag und eine Möglichkeit zur Begegnung. Robert Miltner fügte als Vorsitzender der Lebenshilfe an, passend zum 50. Jubiläum des gemeinnützigen Vereins stelle das Konzert im Garten der Einrichtung einen Höhepunkt für die Betroffenen und deren Angehörige dar.

An Dresscode gehalten

Die Lebenshilfe Viernheim vertritt seit einem halben Jahrhundert die Interessen von Menschen mit geistigen Behinderungen, unterstützt Betroffene und Angehörige und ermöglicht mit zahlreichen Veranstaltungen und Aktivitäten die Integration geistig behinderter Menschen in die Gesellschaft. Das hessische Diakoniezentrum Hephata betreibt seit 2001 als Träger das Johannes-Schrey-Haus in der Nordweststadt, die Lebenshilfe agiert als Partner des Trägers. Bereits im Februar gelang Chaiselongue mit einem Auftritt der bekannten Puppenspielerin Anne Klinge im TiB die erste Kooperation mit der Lebenshilfe.

Die Gäste ließen sich während des Konzerts der Band Herbys World auf Picknickdecken und an Tischen mit weißen Decken nieder. Alle Besucher hielten sich an den Dresscode. Lampions und Kerzen schmückten den großen Garten des Schrey-Hauses.

Herbys World besteht aus Herbert Neumann (Gesang/Akkordeon/Gitarre), Sabine Pfeifer (Klarinette/Saxofon), Ulli Goepfrich (Gesang/Gitarre/Kazoo), Wolfgang Goepfrich (E-Bass). Die vier Musiker sind als Band seit über drei Jahren zusammen aktiv und brachten jeweils eigene Stilrichtungen in die Gruppe ein. So ist Klarinettistin Sabine Pfeifer mit klassischer Musik groß geworden, während Ulli Goepfrich eher im Rock- und Folkbereich beheimatet ist. Bandleader Herbert Neumann lebte einige Jahre in Südamerika und bereichert das Ensemble mit Einflüssen wie dem brasilianischen Bossa Nova.

Die vier Musiker sind jedoch alle in der Kurpfalz verwurzelt und haben über Herbert Neumann auch eine direkte Verbindung zu Viernheim. Bei der weißen Nacht zeigte Herbys World dem Publikum sein breites Repertoire und sang dabei auch Stücke auf Englisch, Italienisch und Portugiesisch.

Fetzige Rhythmen

Die Musiker eröffneten ihren Auftritt mit dem jazzigen Lied „il pinguino innamorato“. Der Text handelt von einer Liebestragödie, bei der einem aufgeregten Pinguin bei einem Treffen mit seiner Geliebten allerlei Pannen unterlaufen. Den brasilianischen Bossa Nova „Cotidiano No.2“ von Vinicius de Moraes interpretierten die Musiker mit viel Gefühl. Das Lied handelt von einem typischen Tag des Sängers, der außer seiner Gitarre nicht viel besitzt und sich mithilfe der Musik aus der Tristesse des Alltags befreit.

Bei „Tico Tico“, einem brasilianischen „Choro“, begeisterten die Musiker mit fetzigen Rhythmen. Sabine Pfeifer an der Klarinette bestimmte hier die Melodie und überzeugte im technisch anspruchsvollen Soli. Im zweiten Teil des Konzerts präsentierte die Gruppe irische Folk-Lieder und spielte dabei mit der Mannheimer Harfenistin Nina Fischer zusammen. Fischer ist Folksängerin und beherrscht die keltische Harfe, welche kleiner als eine herkömmliche Harfe ist und keine Pedale besitzt. In einem Solo zum Auftakt brachte sie ihre stimmlichen Fähigkeiten zur Geltung.

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