Viernheim

Parlament CDU-Politiker offiziell zum Ersten Stadtrat ernannt / Kritik und Lob für Vorgänger Jens Bolze

„Große Erwartungen“ an Kempf

Viernheim.Bastian Kempf (CDU) übernimmt zwar erst am 1. August das Amt des Ersten Stadtrats. Offiziell ernannt wurde er aber schon im Rahmen der Stadtverordnetenversammlung am Freitag, da das Gremium bis zum geplanten Amtsantritt nicht mehr tagt.

Bürgermeister Matthias Baaß (SPD) überreichte Kempf die Ernennungsurkunde. Seinen Amtseid leistete der 1981 geborene Politiker, der zuletzt als Marketingleiter arbeitete, dann dem Stadtverordnetenvorsteher Norbert Schübeler (CDU). Dieser hob den „großen Einschnitt“ hervor, den der „Wechsel vom ehrenamtlichen in das hauptamtliche Mandat“ bedeute. Seit 2011 war Kempf Vorsitzender der CDU-Fraktion gewesen, seit 2016 leitete er den Bau- und Umweltausschuss. Die Bürger der Stadt setzten „große Erwartungen“ in das „Vernemer Eigengewächs“, so Schübeler. Er gab Kempf den Rat: „Vergiss nie, die Menschen, die Du mitnehmen willst, auch abzuholen.“

Schübeler würdigte auch den scheidenden Ersten Stadtrat Jens Bolze (parteilos). Dieser war krankheitsbedingt nicht anwesend. Der Stadtverordnetenvorsteher lobte, dass sich Bolze sehr schnell „in die lokalen Fragen und Probleme“ eingearbeitet habe und in den städtischen Gremien stets gut vorbereitet gewesen sei. Schübeler betonte aber auch, dass sich die Zusammenarbeit mit Bolze „schwierig“ gestaltet habe und „nicht nur von unterschiedlichen Auffassungen in der Sache, sondern auch von persönlichen Differenzen“ geprägt gewesen sei. Bolzes Entscheidung, nicht mehr zur Wahl anzutreten, verlange jedoch Respekt.

Torben Kruhmann (CDU) hob hervor, dass es keine Selbstverständlichkeit sei, aus der freien Wirtschaft in ein öffentliches Amt zu wechseln. Dort brauche man „ein dickes Fell“. Kempf brenne jedoch für die Viernheimer Kommunalpolitik und habe nun sein Hobby zum Beruf gemacht. Für die Zukunft erhoffe er sich vor allem eine bessere Kommunikation zwischen Stadtparlament und Verwaltung. Auch Ralf Jünemann (FDP) und Walter Benz (UBV) betonten, dass sie sich von Kempf eine bessere Kommunikation und Information wünschten, da unter seinem Vorgänger einiges nicht „wie vorgestellt“ verlaufen sei.

Diesem dankte wiederum Daniel Schäfer im Namen der SPD. Bolze sei eine polarisierende Person, jedoch immer zuverlässig und ein „Verwaltungsprofi“. Schäfer erinnerte daran, dass sich die SPD bei Kempfs Wahl enthalten hatte und nicht gegen ihn gestimmt habe. Dies sei ein Signal dafür gewesen, dass die SPD versuchen wolle, mit ihm zusammenzuarbeiten. Auch die Grünen seien zur Zusammenarbeit bereit, erklärte Manfred Winkenbach. Er erhoffe sich von Kempf vor allem eine grünere Stadt und ein besseres Angebot für Fahrradfahrer.

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