Viernheim

Krabbel-Konzert Veranstaltung im Bürgerhaus für Kinder im Alter von bis zu drei Jahren und ihre Eltern

Große Musik für kleine Ohren

Archivartikel

Viernheim.Wie wird sich mein Kind verhalten? Konzentriert lauschen? Mitlallen und babbeln? Oder aber sich rhythmisch und tänzerisch bewegen? Das fragten sich die Mütter und Väter, die sich mit ihren Liebsten zum ersten Krabbel-Konzert für Babys und Kleinkinder bei der Musikschule angemeldet hatten.

Karolina Birkstedt, Geigerin und an der städtischen Musikschule für musikalische Früherziehung zuständig, beschäftigt sich schon länger mit dem Konzept der Aktivierung und Anregung von Kleinkindern durch klassische Musik und hat es Lampertheim und Ludwigshafen auch schon umgesetzt.

Schulleiter greift Idee auf

Nachdem Karolina Birkstedt vor einem Jahr die Stelle an der Musikschule Viernheim angetreten hatte, lag es also nahe, dieses Konzept unter dem Motto. „Große Musik für kleine Ohren“, dem Leiter der Musikschule, Rúnar Emilsson, vorzuschlagen. Emilsson griff die Idee eines Konzerts für Kinder bis zu drei Jahren aus drei Gründen gerne auf:

1. Weil es für kleine Kinder sehr viel Spaß und neue Erfahrungen bringt.

2. Weil komplexe Klangstrukturen schon auf die Allerjüngsten eine inspirierende Wirkung haben und die kognitive Entwicklung fördern. So heißt es in der Einladung: „Das Auffassungsvermögen von Babys und Kleinkindern ist enorm; das Wachstum der Gehirnzellen ist in den ersten drei Lebensjahren außergewöhnlich stark. Aus diesem Grund ist die Bewegung mit Musik in dieser Lebensphase von besonderer Bedeutung. Musik ist für Kinder eine Sprache, auf die sie sofort reagieren.“

3. Damit kann Rúnar Emilsson eine noch bestehende Lücke im Angebot der Musikschule schließen. Das Angebot der Musikschule mit dem breiten Instrumentalunterricht, den klassischen Konzerten und Kammerkonzerten, sowie mit Jazz, Rock-Pop und Hip-Hop und jetzt mit Konzerten für die Kleinsten, deckt nun die gesamte Bandbreite der musikalischen Betätigung ab. Als nun die Eltern und die Großeltern mit ihren Kindern in den kleinen Saal des Bürgerhauses kamen, fanden sie natürlich keinen gewöhnlichen Konzertsaal vor. Vielmehr waren Matten und Decken in einem großen Kreis auf dem Boden ausgebreitet, auf denen es sich alle gemütlich machen konnten.

Am Rande hatten sich Karolina Birkstedt mit ihrer Geige, Magdalena Grund mit ihrer Querflöte sowie Alison Gorbey am Klavier und Tobias Dieß am Schlagzeug platziert. Leicht elegisch begann das Konzert mit Edvard Griegs Morgenstimmung aus der Peer Gynt-Suite. Vorher hatten die Kinder noch bunte Seidentücher erhalten, welche sie im Rhythmus zu schwenken versuchten.

Von wehmütig bis temperamentvoll ging es dann mit Vittorio Montis „Czardas“ weiter. Je nach Temperament und Entwicklungsstand hörten die Kinder zu, wiegten sich im Takt, klatschten mit oder lachten mit ihren Eltern.

Insgesamt spielten die vier hochklassigen Musiker elf Stücke, unter anderem von so bekannten Komponisten wie Dmitri Schostakowisch und Johann Sebastian Bach. Besonders dessen Klaviersolo Prelude und Fuge in c-Moll, meisterhaft gespielt von Alison Gorbey, zog die Aufmerksamkeit der Kleinen auf sich. Sie versammelten sich um Gorbey und schauten ihr gebannt bei ihrem Fingerspiel zu oder lugten in das Innenleben das Klaviers mit dem Spiel der Hämmer und Saiten.

Mitsingen und Mitschnipsen

Zum Mitsingen und Mitschnipsen gab es natürlich auch etwas: den ghanaischen Song „Simama kaa“. Zum Ausklang des etwas anderen Konzerts waren dann wieder alle Instrumente bei dem Stück „Spring“ vereint. Für Rúnar Emilsson verlief das Konzert „Große Musik für kleine Ohren“ erfolgreich. Er fand es toll, in lachende Gesichter zu schauen: „Die Kinder hatten einen Riesenspaß dabei.“

Dies dankte er den Musikern mit einem großen Blumenstrauß. Die Krabbel-Konzerte werden nun zum regelmäßigen Angebot der Musikschule gehören.

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