Viernheim

Rhein-Neckar-Zentrum Seit Freitag dürfen alle Geschäfte wieder öffnen / Maskenpflicht in der Ladenstraße / Ab 1. Juni gelten reguläre Öffnungszeiten

Große Pfeile geben die Richtung vor

Viernheim.Es ist Vormittag, das Rhein-Neckar-Zentrum füllt sich langsam. Und auch wenn die Anzahl der Besucher noch weit hinter der aus „Vor-Corona-Zeiten“ liegt, so ist Centermanager Patrick Steidl trotzdem erleichtert: „Endlich geht es wieder los!“ Seit Freitag dürfen auch die Gastronomen wieder starten – damit ist das Rhein-Neckar-Zentrum nach rund zwei Monaten Stilllegung offiziell vollständig geöffnet. Gleichwohl muss der eine oder andere Mieter seinen Start erst noch organisieren, die Mitarbeiter aus der Kurzarbeit holen und die vorgeschriebenen Hygienemaßnahmen umsetzen.

Und auch die Öffnungszeiten variieren noch von Geschäft zu Geschäft. Aber Steidl verspricht: „Ab Montag sollen alle Geschäfte von 10 bis 18 Uhr öffnen.“ Ab dem 1. Juni gilt dann wieder die Kernöffnungszeit von 10 bis 20 Uhr. Also alles wieder ganz normal? Nicht so ganz, denn es gibt einige Dinge, die Einkäufer beim Gang durchs Center beachten müssen.

Desinfektionsmittel am Eingang

Auf die Besucher, die nun, so hofft Steidl, wieder vermehrt das RNZ aufsuchen, hat sich das Management gut vorbereitet – etwa mit großen Pfeilen auf dem Boden. Diese sollen den Besuchern in den breiten Malls die Laufrichtung vorgeben. Wie im Straßenverkehr auch sollen sie sich beim Bummeln rechts halten. Damit sollen sich die Besucher weniger in die Quere kommen und die vorgeschriebenen eineinhalb Meter Abstand zueinander einhalten.

In den Eingangsbereichen stehen Desinfektionsmittelspender, an den Eingangstüren sind noch einmal die Hygieneregeln aufgelistet, die eingehalten werden müssen. „Unsere Sicherheitsleute achten darauf, dass sich jeder Besucher daran hält“, sagt Steidl.

Der vorgeschriebene Mundschutz muss in den Malls, also auch nach Verlassen der Geschäfte, getragen werden, und zwar richtig: „Einige ziehen ihn nur über den Mund und lassen die Nase frei“, sagt Steidl. Sie werden vom Sicherheitsdienst darauf hingewiesen. Wer keine Maske dabei habe, bekomme sogar eine ausgehändigt. „Aber das kommt sehr selten vor, die meisten halten sich wirklich gut daran“, sagt der Centermanager.

Allerdings werde das Shopping-Erlebnis durch das Tragen der Maske ein wenig getrübt. „Die Maske ist natürlich erst einmal eine Einschränkung und über mehrere Stunden hinweg bestimmt unangenehm“, sagt Steidl. Aber man müsse eben das Beste daraus machen: „Es wird uns im Alltag begleiten.“

Besucherin Barbara Schmiedel aus Viernheim findet es sinnvoll, eine Maske zu tragen. Sie ist mit ihrem Mann an diesem Vormittag im Center unterwegs. „Wir besorgen, was wir brauchen und gehen dann wieder“, sagt sie. Wirklich bummeln wolle sie mit der Maske nicht. „Das ist schon unangenehm“, sagt sie.

Abgesehen von der Maskenpflicht würden die Ladenstraßen des Einkaufszentrums bei schönem Wetter regelmäßig über die Dachfenster belüftet, berichtet Steidl. Und auch die Handgriffe der Türen werden mehrmals am Tag desinfiziert. Vor den Geschäften sind auf dem Boden Bereiche markiert, die die erforderlichen Abstände zeigen. Denn die Läden dürfen nur einen Kunden pro 20 Quadratmeter einlassen. Bei zu vielen Kunden muss sich der Rest vor dem Geschäft in den gekennzeichneten Bereichen anstellen. Die Gastronomen können einen Kunden pro fünf Quadratmeter einlassen und müssen die Daten ihrer Gäste erfassen, auch wenn sie im Außenbereich sitzen. Wer im Center essen oder trinken will, darf die Maske dafür absetzen.

Eine technische Anlage zählt an jedem der sieben Eingänge, wie viele Menschen ein- und ausgehen. Im Rhein-Neckar-Zentrum dürfen sich insgesamt 3000 Menschen gleichzeitig aufhalten. „Wenn wir bei 1800 Menschen sind, schlägt das System vorsichtshalber schon einmal Alarm“, sagt Steidl. Ab diesem Zeitpunkt bleibe noch genug Zeit, um eventuell Sicherheitsleute an den Eingängen zu postieren, die die Menschen ein- und auslassen.

Ansonsten bleiben Bänke und Sitzecken gesperrt, Kinderwagen, und Schirme werden nicht verliehen. Der Infostand des Centers ist geschlossen, wer einen Gutschein kaufen möchte, kann das nur online. Und auch die Eisenbahn, die im Center ihre Runden dreht, wird – zum Ärgernis der kleinen Besucher – bis auf Weiteres noch auf dem Abstellgleis stehen.

Patrick Steidl will sich in den kommenden Wochen mit den Mietern des RNZ zusammensetzen und über deren finanzielle Situation sprechen. Die Miete für April, Mai und Juni wurde ausgesetzt, aber nicht erlassen. „Wir wollen aber nicht, dass der eine oder andere deshalb in die Pleite rutscht“, sagt er. Es könne daher auch sein, dass manchen Mietern die Miete erlassen werde. „Für einige war diese Zeit ein Rieseneinschnitt“, sagt Steidl. Und auch, wenn jetzt alle erleichtert darüber seien, dass es endlich wieder losgehe, bleibe die Zukunft eine große Herausforderung.

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