Viernheim

Gruben manchmal eher kleine Müllhalden

Archivartikel

Thema Sickermulden in der Straße Am Königsacker

Ja, Anfang März 2018 beschloss die Stadtverordnetenversammlung den Rückbau der Sickermulden vor der Apotheke am Königsacker, um dort die Verkehrssituation wieder zu entschärfen. Fast fünf Monate später wird dieser Beschluss von den Grünen wieder in Frage gestellt. „Es soll eine sehr schöne Grünfläche verschwinden“, sagen die Grünen und hängen Plakate mit traurig blickenden Bienen und ein Insektenhotel an die Bäume. Aber die erwähnte und von den Grünen gewünschte Biodiversität findet sich, meiner Ansicht nach, nicht in diesen Sickergruben.

Die Gruben ähneln in manchen Wochen eher kleinen Müllhalden, als einer insektenfreundlichen Grünfläche. Mal ganz abgesehen davon, stand doch bei der Erstellung der Sickergruben die Regenwasseraufnahme im Vordergrund und Biodiversität, ein großes Wort, war in diesem Bezug kein Thema.

Statt sich nach Monaten immer wieder an weniger als 20m² Grünfläche aufzureiben und weiterhin eine nicht ungefährliche Verkehrssituation in dem Bereich der Johann-Sebastian-Bach-Straße, Ecke Königsacker, in Kauf zu nehmen, könnte man auch zeitnah handeln, wie im März beschlossen.

Ich frage mich, worum es hier eigentlich geht? Gibt es in Viernheim ein politisches Sommerloch zu stopfen? Geht es um Aufmerksamkeit heischen vor den Wahlen? Populismus-Vorwürfe hin und her werfen, mit welchem Zweck? In einem Stadtparlament mit nicht einmal 50 Stadtverordneten sollte das „Ziehen an einem Strang“ für das Gemeinwohl an erster Stelle stehen. Aber nein, in Viernheim setzen sich Einzelne über die Köpfe anderer hinweg, treffen eigenmächtig Entscheidungen oder versuchen, einmal gefasste Beschlüsse wieder aufzuheben.

Wozu organisiert das Stadtparlament teure Gutachten, Ortsbegehungen oder Bürgerbefragungen, wie zum Beispiel unlängst im Bannholzgraben? Warum wird im Stadtparlament auf den Grundlagen dieser Informationen diskutiert, abgestimmt und beschlossen, wenn diese Beschlüsse dann keine Gültigkeit haben und nicht zeitnah umgesetzt werden? In Bezug auf die Sickermulden wird doch nach fünf Monaten das Rad, oder besser der Umweltschutz, nicht neu erfunden. Muss man hier wirklich immer wieder über wegfallende Parkflächen, Geschwindigkeitsregelungen und Bienenschutz diskutieren?

Alle diese Inhalte hatten doch wochen-, ja monatelang Raum in den Diskussionsrunden. Es ist lächerlich, sich immer wieder daran festhalten zu wollen. Politik machen bedeutet doch gemeinsam über die Dinge nachdenken, Meinungen austauschen und einen Konsens für eine möglichst große Gruppe der Gemeinde und der Gemeinschaft zu finden. Dabei muss bei Abstimmungen natürlich mal die eine, mal die andere Seite zurückstecken.

Im Fall der Sickermulden am Königsacker, war das Ergebnis mit 17:14 Stimmen knapp. Aber hat es deshalb weniger Gültigkeit? Ist das ein Grund den Beschluss in Frage zu stellen und Entscheidungen zu revidieren, ohne dass es irgendwelchen Personenkreisen direkt betrifft? Andere Korrekturen wie bei der Änderung der Kindergartenbeiträge sind eine ganz andere Betrachtungsweise, da geht es um direkt Betroffene.

Ein paar Stauden pflanzen

Wie soll denn mit so einer Arbeitsweise eine Gemeinde vorankommen? Dieses „Hickhack“, „Grube auf, Grube zu“ und die Verzögerungstaktik einzelner Personen oder Parteien aus Selbstgefälligkeit oder populistischen Gründen heraus, kostet unser aller Geld, Zeit und Nerven. Ohne Erfolg! Für wenig Geld und mit wenig Aufwand könnten die Grüne und die Stadt Viernheim auf unzähligen brachliegenden Verkehrsinseln, Grünstreifen und unter den Platanenalleen, ebenso im vertrockneten Tivolipark oder in dem heruntergekommenen Rondell zwischen Krankenhaus und Seniorenstift Wildblumenwiesen aussäen oder ein paar Stauden pflanzen. Das würde bestimmt viele Viernheimer angenehmer berühren und auch Bienen anlocken, als das ewige Gezänk und die Rechthaberei in einer Endlosschleife.

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