Viernheim

Neujahrsempfang Rathaus-Sanierung, Verkehrspolitik und Neubaugebiete beschäftigen Ortsverband

Grünen-Politiker im Stimmungshoch

Viernheim.Mit einer Zustimmung von rund 20 Prozent sind die Umfragewerte der Partei Bündnis 90/Die Grünen zurzeit so gut wie noch nie auf Bundesebene. Das freut natürlich auch den Viernheimer Ortsverband, dessen Mitglieder beim Neujahrsempfang im Bürgerhaus-Restaurant „Galicia“ entsprechend gut gelaunt waren. „Wir konnten in den vergangenen Wochen drei neue Mitglieder begrüßen, das ist bei unserer Größenordnung schon eine stolze Zahl“, sagte Magistratsmitglied Thomas Klauder, der die Grünen auch in Viernheim im Aufwind sieht.

Zunächst warfen die Besucher des Empfangs einen Blick zurück auf das Geschehen des vergangenen Jahres. Dem Fraktionsvorsitzenden Manfred Winkenbach ist ganz aktuell noch die angekündigte Erhöhung der Müllgebühren durch den ZAKB im Gedächtnis. „Über 20 Prozent, das ist schon ein Hammer. Da werden wir die Kalkulation noch einmal hinterfragen, denn die Politiker vor Ort müssen jetzt den Kopf hinhalten. Dabei war das ein schlechter Stil der Geschäftsführung, nach so kurzer Zeit für die Viernheimer und Lampertheimer aufzuschlagen.“

Diskussion über Müllgebühren

Etwas zurückhaltender zeigte sich Erster Vorsitzender Helmut Träger: „Wir sollten abwarten, wie sich die Erhöhung niederschlägt und die Rechnungen ausfallen. Wir waren sicher von der Firma Hofmann verwöhnt, ganz billig war die Sache damals aber auch nicht.“

In den drängenden Fragen des Umweltschutzes sieht Magistratsmitglied Gerd Brinkmann einen Grund für den Aufwind bei der Partei. „Da gehört die Müllvermeidung ebenso dazu wie der Klimaschutz und der Umgang mit Kunststoffen. Die Leute wachen auf angesichts der weltweiten Entwicklung und sehen, dass es an der Zeit ist, etwas zu tun.“

Für Thomas Klauder sind auch die Spitzenpolitiker der Grünen für den Erfolg mitverantwortlich. „Man hat Populismus vermieden und sich nicht auf Polemik eingelassen. Es gab keine Grabenkämpfe in der Führung, und die Standpunkte wurden gemeinsam vertreten.“ Deshalb freuen sich die Viernheimer Grünen auf die Europawahl, bei der sie erneut ein gutes Ergebnis einfahren wollen. Zudem gelte es, die nationalistischen Tendenzen, die es in vielen Staaten gebe, zu stoppen. Winkenbach wünscht sich eine gemeinsame europäische Außenpolitik. Nationale Alleingänge, gerade auf militärischem Gebiet, lehnt er ab.

Für die Viernheimer Grünen bleibt das Rathaus ein Dauerthema. „Wir sind auf jeden Fall dabei, denn das ist unsere Pflicht“, versprach Winkenbach die Unterstützung seiner Partei. Es stelle sich aber noch die Frage, wie und wann gebaut und wie teuer das Projekt werde. Deshalb müssten belastbare Zahlen auf den Tisch. Verkehrspolitik und das Baugebiet Bannholzgraben II sind weitere Themen, mit denen sich die Grünen zurzeit beschäftigen.

In der Frage des Ersten Stadtrats geben sich die Grünen recht entspannt. Wenn die elf Bewerber bekannt sind, will die Partei sich mit den aussichtsreichsten Kandidaten treffen. Die Fachkompetenz solle in jedem Fall über dem Parteibuch stehen, betonen die Grünen. JR

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