Viernheim

Jubiläum II Anfänge vor 25 Jahren nicht einfach

Hanauer „Kinderburg“als Vorbild

Viernheim.Die Rückschau auf ein Vierteljahrhundert Kinderdörfel flatterte anlässlich der Geburtstagsparty im Wind: Rund um die Einrichtung draußen hatte das Team wichtige Meilensteine auf Zettel geschrieben und an einer Wäscheleine befestigt. Stürmische Zeiten hatte die AWO-Institution in der Nordweststadt zwar nicht erlebt, doch waren die Anfänge alles andere als einfach. Denn es galt zunächst Überzeugungsarbeit zu leisten und auf die veränderte Lebenswelt von Familien eine angemessene Antwort zu finden. Die Zahl der Einzelkinder hatte sich stark erhöht, die natürlichen Freiräume für Kinder wurden zunehmend eingeschränkt, immer mehr Frauen wollten nach der Geburt wieder in den Beruf einsteigen.

Vorbild des Kinderdörfels war die „Kinderburg“ in Hanau, wo Kinder von null bis zwölf Jahren gemeinsam in altersübergreifenden Gruppen betreut wurden. So machte sich damals eine Arbeitsgruppe aus Viernheim auf den Weg, um sich die Einrichtung anzusehen und mit den dortigen Erzieherinnen über ihre Erfahrungen zu sprechen. Der Eindruck war so überzeugend, dass man eine solche Kindertagesstätte auch in Viernheim gründen wollte. Der damalige Bürgermeister Norbert Hofmann gab sein Einverständnis, und die AWO, zu diesem Zeitpunkt bereits Träger von drei Kindertagesstätten in Viernheim, war bereit, nicht nur die Trägerschaft zu übernehmen, sondern sich auch als Bauherr einzubringen.

Arbeitstitel beibehalten

Der Arbeitstitel der Architekten – „Kinderdörfel“ – wurde in konkrete Pläne umgesetzt und wie selbstverständlich auch als Name für die Einrichtung übernommen.

Im Laufe der 25 Jahre gab es einige Veränderungen, und immer wieder passte das pädagogische Team sein Konzept und sein Programm veränderten Lebensbedingungen von Familien an.

So erfolgte im Jahr 1997 die erste Einzelintegration, und 2000 wurden erstmals Ganztagesplätze im Kindergarten angeboten. Es kamen etliche Kooperationen mit Vereinen, Institutionen und Schulen hinzu. 2005 bot man zum ersten Mal einen Englischkurs an, und die Elternarbeit verstärkte sich von Jahr zu Jahr.

Pädagogik in der Natur

Eine Besonderheit des AWO-Kinderdörfels ist die Waldkindergartengruppe, die aus einer Wandergruppe heraus im Jahr 2002 entstand und Platz für 20 Kinder bietet. In dieser Gruppe wird naturpädagogisch gearbeitet. Die Kinder lernen vorrangig durch die Auseinandersetzung mit der natürlichen Umgebung des Waldes. Gespielt wird ausschließlich mit dem, was die Natur bietet. Als Standort und Notunterschlupf dient ein Bauwagen, der sich am Waldrand von Viernheim befindet. sik

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