Viernheim

Ausbildung Nur geringe Resonanz auf Informationsabend an der Alexander-von-Humboldt-Schule / Zimmereibetrieb, Installateur und Betonbauer stellen sich vor

Handwerker weisen auf Karrierechancen hin

Viernheim.. Viola Nickel, Lehrerin an der Alexander-von-Humboldt-Schule (AvH), war die Enttäuschung anzusehen, und die Organisatorin des Handwerkerabends brachte ihre Unzufriedenheit auch zum Ausdruck: „Wir bieten den Jugendlichen und deren Eltern die Möglichkeit, verschiedene Ausbildungsberufe kennenzulernen und Experten zu befragen, und dann kommt gerade einmal eine Handvoll Interessenten.“

Auch wenn die Premiere nicht den erhofften Anklang fand, soll es eine Wiederholung der Veranstaltung geben. „Dann wollen wir im Vorfeld aber noch gezielter auf die Notwendigkeit einer beruflichen Ausbildung hinweisen“, betonte Nickel. Drei Viernheimer Betriebe stellten bei der Abendveranstaltung an der AvH sich und ihre Ausbildungsmöglichkeiten vor: der Zimmereibetrieb Holzbau Bähr, der Meisterbetrieb für Sanitäre Anlagen, Heizung und Lüftung Kiss-Waldecker sowie Betonbauer Villa Rocca (ehemals Beton-Klee).

Abitur nicht erforderlich

Für die Lehre sei nicht unbedingt ein Abitur erforderlich, erklärten die Vertreter der teilnehmenden Firmen. Um in die Ausbildung einzusteigen, genüge ein guter Hauptschulabschluss, verbunden mit handwerklichem Geschick und dem entsprechenden Interesse.

„Handwerk hat goldenen Boden“, laute eine Redewendung, doch diese Versprechung locke den Nachwuchs offensichtlich immer weniger. „Wir suchen händeringend nicht nur Arbeitskräfte, sondern auch Auszubildende“, sagte Rolf Aßmann von der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main. „Ich kann nur jedem Schulabgänger raten, eine Lehre zu absolvieren, denn danach gibt es viele Möglichkeiten, eine berufliche Karriere anzustreben.“ Er sei gerne bereit, entsprechende Stellen zu vermitteln.

Zu der Informationsveranstaltung eingeladen waren alle Schüler der Hauptschulklassen 8H und 9H sowie der 9R und der 10R des Realschulzweigs. Viola Nickel hofft, dass die Notwendigkeit, sich mit der Ausbildung auseinanderzusetzen, von Schülern und Eltern erkannt wird. „Heute wurde hierzu eine erste Möglichkeit vertan. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass im Juni wieder der Ansturm auf Lehrstellen einsetzt, aber dann sind die besten Plätze natürlich schon vergeben.“ JR

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