Viernheim

Musik Vielseitige Künstler überzeugen bei der siebten Auflage der Gitarrentage / Sängerin Stephanie Neigel beeindruckt durch virtuosen Gesang

Harmonischer Tanz mit dem Teufel

Archivartikel

Viernheim.„Gestern sprach mich ein Gast an und sagte, dass die Gitarrentage eine richtige Institution in der Region geworden sind“, berichtet Helmut Neumann stolz. Der Vorsitzende des Vereins „Chaiselongue – Kunst und Soziales“ richtete gemeinsam mit seinen ehrenamtlichen Mitstreitern bereits zum siebten Mal die Viernheimer Gitarrentage im „Treff im Bahnhof“ aus. Bei drei Konzerten und einem Seminar kamen die Liebhaber von Jazz, Blues und Popmusik in Kombination mit der Akustikgitarre wieder voll auf ihre Kosten.

Den Auftakt machten am Freitagabend die Gitarristen Jule Malischke und Stephan Bormann. Malischke absolvierte ein Studium der klassischen Gitarre in Augsburg und ergänzte dieses um ein Aufbaustudium im Bereich Jazz, Rock und Pop in Dresden. Zusammen mit Bormann präsentierte sie Lieder aus dem gemeinsamen Album „Whatever may happen“. Am Samstagnachmittag zeigte Julia Nagele im Rahmen eines Seminars, welche Dinge es beim Schreiben eines eigenen Liedes zu beachten gilt. Nagele studierte Jazz- und Pop-Gesang sowie Songwriting in München, an der Musikhochschule Mannheim sowie an der dortigen Popakademie.

Im Seminar erklärte sie unter anderem, wie die Teilnehmer den Textinhalt ihrer Lieder besser auf der Bühne vermitteln können. Neben technischen Feinheiten an der Gitarre behandelte Nagele auch Ausdruck, Atmung, Körperhaltung und Variationen der Dynamik.

Mit Titeln aus ihrem Debütalbum „Greenbird“ eröffnete Nagele am Samstagabend auch das Konzert. Dabei begeisterte sie mit einer Mischung aus Folk, Jazz und Soul und schlug mit ihrer warmen Stimme gekonnt die Brücke zwischen klassischen Elementen und moderner Populärmusik. Dann betraten Sängerin Stephanie Neigel, Gitarrist Daniel Stelter und Schlagzeuger Tommy Baldu die Bühne. Neigel stammt ursprünglich aus Mannheim und unterrichtete früher an der Viernheimer Musikschule Gesang. Bei Titeln wie „Dance With The Devil“ beeindruckte die Sängerin mit virtuoser Stimmführung, jazzigem Sound und einer besonderen Harmonie mit Gitarre und Schlagzeug. Stelter glänzte bei anspruchsvollen Gitarrensoli. Baldu gelang am Schlagzeug eine äußerst gefühlvolle Begleitung. Er begeisterte das Publikum aber auch bei Solo-Passagen. Neigel animierte das Publikum durch ihre humorvolle Moderation zum Mitklatschen, Mitschnipsen und Mitsingen. Mit ruhigeren Titeln wie „Capture Time“ und lebendigeren Liedern wie „Go Out“ gelang dem Trio eine Mischung verschiedener Stimmungen.

Einfühlsame Stimme

Den Abschluss bildete am Sonntag der Auftritt des kanadischen Bluesgitarristen Dave Goodman. Er beeindruckte mit atemberaubenden Gitarrenriffs, einfühlsamem Gesang und stilistischem Variantenreichtum. Die meisten der oft auf sein Leben bezogenen Titel schrieb Goodman selbst. „Can‘t let go“ behandelt seine Sehnsucht nach einer Frau, die er auf Hawaii kennenlernte, die ihn aber für einen anderen Mann verließ. Besonders brillierte der Kanadier bei der Cover-Version des Jimi Hendrix-Songs „Little Wing“. Hier transportierte der Künstler die Stimmung des Lieds ebenfalls äußerst gut und glänzte bei schwierigen Solo-Passagen. Auch bei „Flageolett“-Tönen, schnellen Akkordwechseln sowie bei „Fingerpicking“-Passagen zeigte er sein Können. So konnten die Besucher nach drei intensiven Konzerttagen jeweils zufrieden den Heimweg antreten. fds

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