Viernheim

Musik Mitglieder geben Vorstand grünes Licht / „Tradition allein ist einfach zu wenig“

Herolde führen Fusionsgespräche

Archivartikel

Viernheim.Musikalisch liegt man schon seit einiger Zeit auf der gleichen Wellenlänge, probt zusammen und hatte sogar schon gemeinsame Auftritte. Demnächst könnten die Beziehungen sogar noch enger werden. Bei der Generalversammlung des Musikvereins „Die Herolde“ gaben die Mitglieder dem Vorstand die Erlaubnis, mit dem Stadtorchester Viernheim und dem Musikkorps der Freiwilligen Feuerwehr Viernheim Gespräche über einen möglichen Zusammenschluss zu führen.

Vor der Abstimmung über einen entsprechenden Antrag des Vorstands wurde aber intensiv diskutiert. Für den Ersten Vorsitzenden Rüdiger Trobisch ist eine Fusion unabdingbar, um den Fortbestand des Musikvereins zu sichern. „Bei den Proben sind manchmal zu wenige Musiker da, und selbst bei Auftritten ist es oft schwierig, alle Instrumente zu besetzen. Deshalb gibt es ja bereits die Zusammenarbeit mit den beiden anderen Gruppen, die ähnliche Probleme haben.“

Gründungsmitglied Otmar Herschel ist strikt gegen eine Fusion, er fürchtet, dass die Herolde ihre Eigenständigkeit verlieren. „In den vergangenen Jahren haben viele Mitglieder den Verein aufgebaut und dabei ihr Herzblut vergossen. Jetzt würden die Herolde von der Bildfläche verschwinden“ befürchtet der Schlagzeuger. Für Rudi Bugert, seit über 40 Jahren im Verein, gibt es dagegen keine Alternative. „Wir müssen der Realität ins Auge schauen. Aus Mangel an aktiven Musikern stünde der Verein bald ohnehin vor der Auflösung. Tradition allein ist einfach zu wenig.“

Schließlich wurde der Antrag, mit den anderen beiden Vereinen Gespräche zu führen bei drei Enthaltungen angenommen. Dabei gibt es mehrere Varianten – eine Verschmelzung, die Aufnahme in einen anderen Verein oder die Neugründung eines Musikvereins unter neuem Namen. Am Ende sollen sich aber möglichst alle Mitglieder dort wiederfinden.

Die übrigen Punkte der Tagesordnung konnten relativ schnell abgearbeitet werden. Rüdiger Trobisch blickte in seinem Bericht auf die zahlreichen Aktivitäten zurück, denn bei den Herolden wird nicht nur Musik gemacht, es wird auch die Geselligkeit gepflegt. Es folgten die Berichte des Kassenwartes und der Kassenprüfer. Die anschließende Entlastung des Vorstandes erfolgte einstimmig.

Auch die anstehenden Neuwahlen gingen zügig über der Bühne. Rüdiger Trobisch (Vorsitzender), Kai Schneider (Zweiter Vorsitzender) und Kassenwart Manuel Werle wurden in ihren Ämtern bestätigt, Anika Werle wurde zur neuen Schriftführerin gewählt. Dazu kommen die Beisitzer der Aktiven Inge Gläser, Heidi Trobisch, Sigrid Englert und die Beisitzer der Passiven Detlef Gläser, Albert Fertig und Richard Werle. Kassenprüfer sind Helmut Krasko und Erich Kiss. Zuvor war der Antrag auf Satzungsänderung zur Reduzierung des Vorstandes auf sechs Mitglieder abgelehnt worden.

Im Rahmen der Ehrungen wurde der langjährige musikalische Leiter Kurt Hasiber gebührend verabschiedet. Geehrt wurden auch Angelika Spilger (15 Jahre), Eduard Fröhner, Jürgen Henz, Sascha Oetzel und Heinz Winkenbach (alle 25 Jahre) sowie Michael Haas, Carmen Hafner, Wolfgang Nöth, Peter Oetzel, Ute Oetzel und Hans Winkler (alle 40 Jahre).

Mittlerweile laufen die Vorbereitungen für das 50-jährige Jubiläum auf Hochtouren. Am 17. Juni steigt im Museumsgarten das Jubiläumsfest, das mit der Stadtkapelle Wiesloch zur Frühschoppenzeit gleich einen musikalischen Höhepunkt bietet. Am Ende des kurzweiligen Sonntags besteht sogar die Möglichkeit, das Spiel der Nationalmannschaft bei der Fußball-Weltmeisterschaft zu verfolgen. JR

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