Viernheim

Notfall Neunte Klassen der Albertus-Magnus-Schule absolvieren Kurs für Wiederbelebung

Hilfe bei Herzstillstand

Archivartikel

Viernheim.„Wo ist es passiert?“ Schüler Linus weiß, welche Angabe bei einem Notruf am wichtigsten ist. Jörg Holzmann erklärt, warum: „Die Leitstelle kann schon sofort den nächsten Rettungswagen losschicken.“ Die Albertus-Magnus-Schule (AMS) führt im vierten Jahr den Kurs für Wiederbelebung in der Klassenstufe neun durch. In drei Unterrichtsstunden lernen die Schüler, was im Notfall bei einem Herzstillstand zu tun ist.

Lehrer Holzmann als ausgebildeter Lehrrettungsassistent und Notärztin Stefanie Bussen leiten das Seminar. Jörg Holzmann erklärt den Jugendlichen, wie Angaben bei einem Notruf formuliert werden müssen: „Hauptstraße oder Bahnhofstraße reicht natürlich nicht.“ Neben Ort, Straße und Hausnummer seien auch Informationen zum Gebäude wichtig – etwa, ob der Rettungsdienst in den ersten oder fünften Stock muss.

So einen Notfall simuliert der Lehrer. Doch schon mit „Ruft mal einer den Notruf!“ scheitert er, weil entweder keiner oder gleich vier, fünf Schüler reagieren. „Immer gezielt eine Person ansprechen, die die 112 anrufen soll“, rät der erfahrene Sanitäter den Schülern.

Er hat auch Tipps, wie man bei Notfallsituationen im öffentlichen Raum mit so genannten „Gaffern“ oder mit Besserwissern umgeht: „Schaulustige nerven, lasst die ihre Videos machen und ignoriert sie. Denen, die euch bei einer Hilfemaßnahme reinreden wollen, müsst ihr eine konkrete Aufgabe geben.“ Das kann zum Beispiel die Aufforderung sein, nach einem Defibrillator zu suchen. Das grüne Hinweisschild kennen die Schüler aus Bahnhöfen, Einkaufszentren oder Sporthallen.

Bussen hat ein Gerät dabei. Die Ärztin zeigt, wie man die Elektropads richtig anbringt und wie die Maschine die korrekte Anwendung Schritt für Schritt durchsagt und dann die Elektroimpulse an das Herz abgibt. „Wenn man diese Defis hat, ist es natürlich gut. Aber sie ersetzen nicht die Herzdruckmassage“, sagt Holzmann.

Atmung überprüfen

Damit die Schüler diese lebensrettende Maßnahme beherrschen, wird die Wiederbelebung ausgiebig geübt. An den Reanimationspuppen testen die Schüler, wie man Bewusstsein und Atmung überprüft und probieren die Herzdruckmassage aus – beide Hände mit verschränkten Fingern in die Mitte des Brustkorbs legen und das Brustbein nach unten drücken, etwa 100 Mal pro Minute.

„Im besten Fall kann man sich dabei abwechseln, etwa alle zwei Minuten“, erläutert Jörg Holzmann. „Der Mensch kann im absoluten Notfall aber auch viel länger allein pumpen.“

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