Viernheim

Benefiz Konzert der Musikschule für neue Instrumente und Lampertheimer Kita Schwalbennest / Marie-Denise Heinen (Violine) und Nargiza Alimova (Klavier) brillieren

Himmel über Viernheim hängt voller Geigen

Archivartikel

Viernheim/Lampertheim.Ein außergewöhnliches Konzert im kleinen Saal des Bürgerhauses Viernheim war ein außergewöhnlicher Erfolg für einen ebenso außergewöhnlichen Zweck. Die Rede ist von dem Benefizkonzert des Kiwanis-Clubs Lampertheim bei der städtischen Musikschule Viernheim. Mit dem Ertrag dieses Konzertes und zusätzlichen Spenden der Besucher sollen die gründliche Instandsetzung der Lebenshilfe-Kita Schwalbennest in Lampertheim und die Musikschule Viernheim unterstützt werden.

In der Kita der Lebenshilfe Lampertheim werden schon seit 40 Jahren zum Teil schwerbehinderte Kinder aus Lampertheim und der Region betreut. Die Kosten für die dringend erforderlichen Instandsetzungen müssen jedoch zur Hälfte durch Spenden aufgebracht werden. Die städtische Musikschule Viernheim will die Spenden für die Anschaffung neuer Musikinstrumente verwenden. Mit diesen Informationen stimmten Peter Liepolt, Präsident des Kiwanis-Clubs Lampertheim und Rúnar Emilsson, Leiter der Musikschule Viernheim, das Publikum auf das Konzert ein.

Zum Auftakt überraschte die 14-jährige Pianistin Amelie Sofie Hoppler mit dem brillant gespielten Nocturno Nr. 2 Es-Dur von Frédéric Chopin. Der Auftritt dieses jungen Talents war ein glänzendes Beispiel für die erfolgreiche Ausbildung bei der Musikschule. Mit herzlichem Beifall empfing das Publikum dann Marie-Denise Heinen (Violine) und Nargiza Alimova (Klavier), die mit ihren internationalen Erfahrungen das Programm „Frühlingsmelodie“ zu einem großen Konzerterlebnis gestalteten.

Den Zauber eines musikalischen Frühlings erlebten die Zuhörer bei Ludwig van Beethoven. Seine „Frühlings-Sonate“ für Klavier und Violine, F-Dur op 24, ist eine farbige, heitere Klanglandschaft mit häufig wechselnden Variationen des Themas. Immer wieder übernehmen bei diesen Dialogen Geige und Klavier die Soli-Parts schon im ersten Satz. Eine ständig strömende Melodienseligkeit prägt das Adagio im zweiten Satz, ehe nach einem kurzen ausgelassenen Scherzo Geige und Klavier mit rhythmischer Bestimmtheit im Finale eine musikalische Blütenexplosion auslösen.

Bei Fritz Kreisler hing der Himmel voller Geigen. Man sah die Gestaltungsfreude bei der Geigerin und der Pianistin auch an der Körpersprache, wenn sie seine Komposition „Liebesfreud – Liebesleid“ mit dem Reiz wechselnder Tempi im Dreiviertel-Takt umsetzten und einen Höhepunkt vor der Pause schufen.

Hier gab es bei den Konzertbesuchern aus Viernheim und Lampertheim ausreichend Gelegenheit zu Gesprächen über diese nachbarschaftliche Zusammenarbeit. Vor allem der Lampertheimer Bürgermeister Gottfried Störmer, Kiwanis-Prädident Peter Liepolt und der Viernheimer Musikschulleiter Rúnar Emilsson waren gefragte Gesprächspartner.

Ebenfalls ein besonders großer Name aus der Romantik der Kammermusik stand als Abschluss auf dem Konzertprogramm. Von César Franck hörte das begeisterte Publikum die berühmte Sonate für Klavier und Violine, A-Dur. Diese Komposition ist eine Klangarchitektur mit namenlosen, wechselnden Tempi, mit wildem Forte über alle Saiten der Geige und mit wogender Klavierbegleitung. In diesen Frühlingswolken zeigen sich kleine Soli sowohl der Geige als auch des Klaviers wie kurze Sonnenstrahlen.

Mehrere Minuten applaudierte das Publikum für die brillante Leistung von Marie-Denise Heinen (Violine) und Nargiza Alimova (Klavier).

Das Wichtigste von heute
Newsticker Südhessen Ticker
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional