Viernheim

Fußball 64 Mannschaften aus fünf Ländern treten beim Bergstraßenpokal gegeneinander an / Prügelei mit sechs Verletzten nach Elfmeter-Entscheidung

Holländische Schlachtrufe und deutscher Jubel

Archivartikel

Viernheim.„Hopp, hopp“, feuern die Schweizer Trainer ihre Spieler an. Auf dem anderen Feld spielen die Franzosen: „Allez, allez“ tönt es über den Platz. Und dazwischen mischen sich immer wieder holländische Schlachtrufe und deutsche Jubelrufe. Beim Jugendturnier um den Bergstraßenpokal herrscht internationales Flair in Viernheim und Weinheim.

Plakate vor dem Stadion und ein großer Torbogen mit den Wappen der Vereine weisen an beiden Tagen den Weg auf die Sportplätze. Der TSV Amicitia Viernheim hat fünf Spielfelder im Waldstadion aufgebaut, auch im Weinheimer Sepp-Herberger-Stadion wird auf bis zu fünf Feldern gleichzeitig gekickt. Die Spielpläne sind so erstellt, dass die teilnehmenden Vereine an den beiden Tagen auf beiden Anlagen im Einsatz sind.

Hart umkämpft

Nach der Vorrunde am Samstag werden am nächsten Tag die Platzierungen auf dem anderen Sportgelände ausgespielt. Alle Partien sind hart umkämpft, es gibt tolle Spielzüge mit klasse Kombinationen, feine Einzelaktionen, herausragende Torabschlüsse und Glanzparaden zu sehen.

In den entscheidenden Spielen ist sogar Hochspannung angesagt – so wird das Finale bei den B-Junioren im Elfmeterschießen entschieden, die TSG Weinheim setzt sich knapp gegen den TSV Amicitia durch. Auch bei den A-Junioren landen die Teams der Veranstalter ganz vorne, Weinheim vor Viernheim. Die „Blau-Grünen“ holen sich dafür souverän den Siegerpokal bei den C-Junioren. Und noch ein Treppchenplatz sichert sich der TSV Amicitia: Die E1-Junioren werden Dritter.

Der reibungslose Turnierverlauf bekommt am Samstagabend in Weinheim einen kleinen Dämpfer: Bei einem U17-Vorrundenspiel kommt es wegen einer Elfmeter-Entscheidung zu einer Prügelei auf dem Spielfeld, bei der nicht nur Spieler, sondern auch Verantwortliche beteiligt sind – laut Polizeibericht der Präsident der einen und der Trainer der anderen Mannschaft. Sechs Personen werden verletzt, zwei Verletzte werden ins Krankenhaus gebracht.

Die Turnierleitung entscheidet sich sofort, beide Mannschaften vom weiteren Turnierverlauf auszuschließen. Alles andere hätte den Werten widersprochen, die bei der großen Abschlusszeremonie am Sonntag betont werden. Im Sinne der UEFA sollen bei den Jugendturnieren Fairplay und Respekt im Vordergrund stehen und der Kampf gegen Rassismus.

Beim Bergstraßenpokal wird das nicht nur durch das Teilnehmerfeld mit 64 Mannschaften aus fünf verschiedenen Nationen deutlich. Zusätzlich gibt es das Statement „Nein zu Rassismus!“, das Spieler in ihren fünf Landessprachen – Deutsch, Französisch, Schwyzerdeutsch, Holländisch und Tschechisch – vortragen. Alle Mannschaften stellen sich im Stadionrund auf und ziehen gemeinsam zur Siegerehrung auf das Weinheimer Hauptfeld.

Jedes Land wird mit seiner Nationalhymne geehrt, dann sind die Mannschaften an der Reihe: Es gibt Medaillen für jeden Spieler und Trainer, T-Shirts für die Siegermannschaften, Siegerpokale für die ersten Vier sowie in jeder Altersklasse einen Fairplay-Preis.

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