Viernheim

Hürden senken

Das bisschen Haushalt ist doch kein Problem“, könnte man denken. Dennoch müssen Menschen, die Pflegebedürftigen gegen Bezahlung beim Putzen oder Einkaufen helfen wollen, eine spezielle Schulung durchlaufen. Ansonsten gibt es zumindest von den Krankenkassen kein Geld. Wenn jedoch wie im Kreis Bergstraße diese Schulungsangebote fehlen und auch die Pflegedienste nicht das nötige Personal haben, wird das zu einem ernsten Problem für alte Menschen, die sich nicht mehr selbst versorgen können.

Natürlich ist es sinnvoll, einen gewissen Standard aufrechtzuerhalten und auf Qualifikationen zu bestehen, schon allein zum Wohl der Betroffenen. Das ist aber bereits bei der sogenannten Grundpflege nicht immer gegeben. Teils nur rudimentär ausgebildete Pflegekräfte kümmern sich landauf, landab in privaten Wohnungen um alte Menschen, die sich nicht mehr selbst waschen oder ernähren können. Diese Kräfte werden meist im Ausland angeworben, deutsche Arbeitszeitregelungen spielen eine eher geringe Rolle. So existiert ein beachtlicher illegaler Markt, der aber in den meisten Fällen geduldet wird. Denn er entlastet ein Pflegesystem, das ohne ihn wohl nicht mehr funktionieren würde.

Dabei ist es durchaus ein Problem, wenn Pfleger zum Beispiel nicht wissen, wie man einen alten Menschen richtig aus dem Bett hebt. Der Schaden, den eine nicht richtig ausgebildete Putzkraft anrichten kann, dürfte dagegen eher gering ausfallen. Die Verantwortlichen sollten überlegen, zumindest bei hauswirtschaftlichen Aufgaben die Hürden für mögliche Bewerber zu senken. Denn sonst putzt bald überhaupt niemand mehr bei vielen alten Leuten oder geht für sie einkaufen.

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