Viernheim

Veranstaltung 70 Häuser beteiligen sich am ersten Hof- und Garagenflohmarkt

Hüttenfelder Höfe bieten Kunst und Krempel

HÜTTENFELD.Mit solch einer Resonanz hatte selbst in Hüttenfeld nun wirklich keiner gerechnet: Beim ersten Hof- und Garagenflohmarkt im Stadtteil öffnen am Samstag von 11 bis 16 Uhr über 70 Höfe, Vorgärten und Garagen ihre Pforten. Neben alten Schätzen vom Dachboden, Kleidung, Kinderspielsachen und privaten Bastelarbeiten bieten auch Künstler ihre Werke feil.

„Irre“, findet Helmut Günther das, was seine Frau Jutta und Tochter Miriam mit dem Flohmarkt auf die Beine gestellt haben. Beim finalen Treffen im Bürgerhaus besprechen die Organisatoren um Familie Günther, Dirk Dewald vom Stadtmarketing und Ortsvorsteher Karl Heinz Berg nochmals letzte Details. „Wir haben auf zehn Teilnehmer gehofft“, verrät Miriam Günther. Inzwischen sind es über 80 Verkäufer an 70 Standorten. Zum Vergleich: An Lampertheims sechsten Kunst- und Hofflohmarkt nahmen im Juli 46 Höfe teil.

Telefon klingelt ständig

„Wahnsinn“, finden das die Veranstalter. Nun hoffen sie auch auf auswärtige Besucher – schließlich habe ja fast jeder Hüttenfelder einen eigenen Stand, wie es scherzhaft heißt. Und es werden immer noch mehr. „Unser Telefon klingelt immer noch ständig“, sagt Helmut Günther lachend. Die offizielle Anmeldefrist sei zwar abgelaufen – es könne aber sein, dass sich noch einige Hüttenfelder am Samstag auf eigene Faust das Hoftor aufmachen. Die sind dann allerdings nicht im offiziellen Flyer vermerkt.

Vom großen Engagement der Günthers ist auch City- und Eventmanager Dirk Dewald begeistert. „Das Stadtmarketing ist auch für die Stadtteile da, wir unterstützen gerne“, erklärt er. Einen Flyer mit Dorfplan hat Tochter Miriam selbst entworfen, 2000 Stück konnten dank der finanziellen Hilfe von Firma Wolf spontan gedruckt werden. „Das zeigt: Die Dorfgemeinschaft funktioniert“, freut sich Dewald. Der Mann vom Stadtmarketing bekräftigt aber, die Veranstaltung sei zwar vom Lampertheimer „Vorbild“ inspiriert, aber keinesfalls eine Kopie. Vielmehr sei es ein klassischer Flohmarkt statt eines reinen Kunstmarkts. Dennoch sind einige Künstler wie Jurate Batura-Lemke oder Anja Kolb-Kokocinski mit von der Partie. Der Charme der Veranstaltung soll in der Kombination aus privaten Schätzen, „Flohmarktkrempel“, Kunst und dem Blick in die Höfe und Gärten der Hüttenfelder liegen.

Bei Familie Kettler in der Johann-Stelz-Straße verkaufen wie bei Ralf Ehret in der Jakob-Müller-Straße gleich fünf Familien. Ganz besondere Hobbykunst präsentiert auch Helmut Hartmann in der Viernheimer Straße. Der Bastler zeigt in seinem urigen Hof eines ehemaligen Bauernhofs seine selbstgebauten Werke. Er war es auch, der den Radler-Rastplatz in Hüttenfeld entworfen hatte. Deshalb eröffnet dort Bürgermeister Gottfried Störmer um 11 Uhr offiziell die Veranstaltung. In vielen Höfen wird auch Essen und Trinken angeboten. Den Weg zwischen den Ausstellern weisen bunte Luftballons und Kreidepfeile.

Reichlich Angebot gibt es also im Stadtteil. „Das erhöht natürlich den Druck auf Lampertheim“, sagt Dirk Dewald nicht ganz ernst grinsend, „wenn sich Kernstadt und Stadtteile nun überbieten wollen – mir soll’s recht sein.“ ksm

Zum Thema
Das Wichtigste von heute
Newsticker Südhessen Ticker
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional