Viernheim

Im Interesse der Schüler

Zu einer etwaigen Kooperation zwischen AMS und AvH

In diesen Tagen wird für die Schüler des jetzigen 1o. beziehungsweise künftigen 11. Schuljahres in den Schulen, die zum Abitur führen (G 8), entschieden, welche Leistungskurse in welchen Fächern bereitgestellt werden. Das ist insofern sehr wichtig, weil die gymnasiale Oberstufe heutiger Prägung die Chance bietet, zwei Fächer wählen zu können, in denen man besondere Neigungen und Fähigkeiten beweisen kann. Welche Bedeutung diese Wahl für die Schüler hat, wird dadurch unterstrichen, dass die Noten in den Leistungskursen für das Abitur dreifach gewertet werden. Was dies in Zeiten des Numerus Clausus heißt, kann man sich ausmalen.

Die Crux für viele Schulen: Je nach Präferenz der betroffenen Schülerschaft und der jeweiligen Jahrgangsbreite können mehr oder weniger Leistungsfächer angeboten werden. Das trifft natürlich auch auf unsere zwei gymnasialen Oberstufen (AvH und AMS) in der Oststadt zu. Nicht alle von den jetzigen Zehntklässlern gewählten Leistungsfächer können im kommenden Schuljahr realisiert werden. Zwar gibt es keine gesetzlich verordnete Mindestzahl pro Kurs, aber natürlich können sich organisatorische Hürden ergeben, welche die Wahlmöglichkeiten einschränken.

Da wir in unserer Stadt zwei zum Abitur führende Schulen haben, die etwa 50 Meter voneinander räumlich getrennt sind, würde eine diesbezügliche Kooperation die Angebotspalette (und damit die Chancen der betroffenen Schüler) signifikant erweitern. Das heißt mehr Leistungsfächer in mehr Fächern könnten in der Oberstufe (Q-Phase) ermöglicht werden. Zu entscheiden wäre dann nur noch, in welcher der beiden Schulen (von welcher Lehrkraft, in welchen Fachräumen) die jeweiligen Kurse durchgeführt werden. Das betrifft selbstverständlich in erster Linie die Fächer, in denen die Anzahl der Schüler jeweils knapp ist.

Bedenkenträger höre ich einwenden, dass wir es schließlich mit zwei unterschiedlichen Schulträgern zu tun hätten. Das stimmt. Einerseits ist die AvH in staatlicher, andererseits die AMS in kirchlicher Trägerschaft. Jedoch, die AMS wird nach dem sogenannten Ersatzschulfinanzierungsgesetz vom Land Hessen finanziell bezuschusst. Im Klartext: Wir Steuerzahler tragen 75 Prozent der Personalkosten. Grob überschlagen sprechen wir über 4000 bis 6000 Euro pro Jahr und Schüler.

Früher wurde – hinter vorgehaltener Hand – oft auch auf angebliche Leistungsunterschiede in den Schulen hingewiesen. Auch solche Vermutungen sind obsolet, zumal landesweit für das Abitur die gleichen Anforderungen gestellt werden (Zentralabitur). Was spricht dann eigentlich noch gegen die vorgeschlagene Kooperation der beiden benachbarten Schulen?

Wäre die hier vorgetragene Anregung nicht einen ernsthaften Versuch wert? Im wohlverstandenen Interesse der betroffenen Schüler beider Schulen? Wie sagt der Volksmund? Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg!

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