Viernheim

Kultur Schlosskirchentrio Mannheim musiziert in der Seniorenbegegnungsstätte / Texte als Spiegelbild der Gesellschaft

In „gute alte Zeit“ entführt

Viernheim.Die Senioren-Begegnungs-Stätte (SBS) ist schon seit Jahrzehnten ein beliebter Treff für ältere Menschen in Viernheim. In der selbstverwalteten Einrichtung gibt es zahlreiche Gruppen, in denen man seinem Hobby nachgehen oder sich unterhalten kann – und Veranstaltungen unterschiedlicher Art genießen. Am Samstag war das Schlosskirchentrio Mannheim mit seinem Programm „Junger Mann im Frühling“ zu Gast, um die Besucher in „die gute alte Zeit“ zu entführen.

Es ging um Lieder und Geschichten, darunter viele bekannte und auch weniger bekannte Schlager aus den 20er, 30er und 40er Jahren, bei denen ab und an auch mitgesungen wurde. Applaus gab es auf jeden Fall, denn nur allzu gerne ließ man sich bei Kaffee und Kuchen in die Vergangenheit versetzen.

Viele sentimentale Lieder

Auch wenn auf dem Kalender der Herbst eingeläutet ist, sorgte der Auftritt für sonnige Momente und ließ den Frühling und den Sommer zurückkehren. Natürlich kam bei manchen sentimentalen Stücken auch ein wenig Wehmut auf, Herzschmerz und Liebe gehörten ebenfalls dazu. Der Viernheimer Sängerin Romy Bauer ist es bestens gelungen, in die damalige Zeit einzutauchen. Zusammen mit Erzähler Gerd Winter und Pianist Daniel Fieß verzaubert sie das Publikum vom ersten Akkord an.

„Junger Mann im Frühling“ hat das Trio sein neues Programm getauft und entführte in eine Welt voller Liebe und Leidenschaft, körperlicher Sehnsucht und feinem Humor, den Hauptbestandteilen der deutschsprachigen Lieder jener Zeit. Ob „Der Onkel Doktor hat gesagt, ich darf nicht küssen“ oder „Ich suche einen, der mir alleine gehört“ – sie sind Spiegelbild jener Gesellschaft, die sich zwischen den Kriegen befand und ihren Seelen Halt geben musste. In der heutigen Zeit vorgetragen, verleiten sie eher zum Schmunzeln als zum Nachdenken.

Die Zuhörer genossen die Moderation des feinsinnigen Conférenciers Gerd Winter, der zwischen Mundart und Hochdeutsch manövrierte und damit auch die Herzen im Sturm eroberte: „Ach Gott, ihr Leit, des oine Freud, des onnere Leid.“ Romy Bauer parlierte, flötete, verführte und tätschelte indes die Seele mit Anekdoten in Noten wie bei „Benjamin, ich hab nichts anzuziehen“ oder „Veronika, der Lenz ist da.“ Spätestens bei „Schöner Gigolo“ und „Sag beim Abschied leise Servus“ waren die Gäste der SBS in die Jugendzeit eingetaucht. JR

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