Viernheim

Museum Neue Abteilung „Viernheim wird Stadt“ eröffnet am 18. Mai / Starker Bevölkerungszuwachs im 19. und 20. Jahrhundert

Industrie bringt neue Bürger

Archivartikel

Viernheim.„Eine Besonderheit ist, dass unserer Ausstellung in der Gegenwart endet und nicht wie viele andere Stadtmuseen in den 50er Jahren“, erklärt Gisela Wittemann stolz. Die Leiterin des Viernheimer Museums hatte gestern zu einer Pressekonferenz geladen, um über das neueste Projekt zu berichten. Die Abteilung „Viernheim wird Stadt“, eröffnet am Samstag, 18. Mai, mit einem Abend für Familien. Sie beschäftigt sich mit der Geschichte des Ortes von der ersten Besiedlung bis heute. Im Einzelnen werden besonders die verschiedenen, großteils nach 1945 entstandenen Stadtteile und deren Baugeschichte vorgestellt.

Vor allem im späten 19. und im 20. Jahrhundert wuchs Viernheim stark durch die zunehmende Industrie in der Region. Viele neue Einwohner kamen auch als Flüchtlinge nach dem Zweiten Weltkrieg. 1890 lebten 5250 Menschen in Viernheim, 1950 waren es schon rund 16 000 und 1961 rund 21 000. Um die damit einhergehenden Veränderungen darzustellen, hat Wittemann zehn Stoffbanner in Auftrag gegeben. Darauf wird mit Bildern, kurzen Texten und Zitaten zum Beispiel über Viernheim als Arbeiterwohnort oder über die in den 1950er Jahren entstandene Nordstadt informiert.

Digitaler Bilderrahmen

Zu jedem Banner gehört ein digitaler Bilderrahmen, also ein kleiner Bildschirm, auf dem im Wechsel Fotografien oder auch kurze Filme zum jeweiligen Thema gezeigt werden. Da die Stoffbanner einfach ausgetauscht werden können, bietet sich die Möglichkeit, in den zwei Räumen im Erdgeschoss in Zukunft Sonderausstellungen zu zeigen.

Ergänzt wird das Ganze durch Vitrinen, die thematisch passende Objekte aus dem Bestand des Museums, etwa Fotos, Kameras, ein Radio oder Bücher, präsentieren. Die neue Abteilung soll auch als Einführung für das ganze Haus dienen, erklärt Wittemann.

Bei der Eröffnungsveranstaltung mit dem Titel „Abends im Museum“ am 18. Mai gibt es zwischen 18 und 22 Uhr neben einem Sektempfang unter anderem Kurzführungen durch einzelne Museumsabteilungen. „Ein Gästeführer wird sich zudem nacheinander zeitlich passende Hüte aufsetzen und Texte zu verschiedenen Epochen rezitieren“, kündigt Wittemann an. Daneben gibt es Mitmachaktionen für Kinder. Diese können sich zum Beispiel an einer Ausgrabung beteiligen oder Laternen mit prägnanten Motiven des Viernheimer Stadtbilds basteln.

Bisher vor allem für Kinder

Die Veranstaltung ist Teil des neuen museumspädagogischen Jahresprogramms, das das Viernheimer Museum 2019 erstmals organisiert, berichtet Erster Stadtrat Jens Bolze. Während es bisher schon verschiedene Angebote für Kinder wie etwa Geburtstagsfeiern gab, kommen, so Wittemann, nun vermehrt Angebote für Erwachsene hinzu. So gibt es zum Beispiel für Gruppen buchbare Führungen mit thematischen Schwerpunkten wie „Gesichter einer Stadt – Eine Zeitreise“ oder „Weltgeschichte trifft Dorfgemeinschaft“.

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