Viernheim

Jahrgang 1936/37 Interessante Hafenrundfahrt in Mannheim

Industriekultur erlebt

Archivartikel

Viernheim.Die Ausflugsfahrten des Jahrgangs 1936/37 sind immer mit einem besonderen Erlebnis verbunden. So planten es Helene und Hans Bugert, Leni Haas sowie Werner Herdner bei der Vorbereitung des Ausflugs mit einer Mannheimer Hafenrundfahrt. Es sollten nicht nur gesellige Stunden der Gemeinsamkeit, sondern auch faszinierende Eindrücke einer europäischen Industriekultur werden. In zwei modernen Bussen begann für die 100 Teilnehmer das Abenteuer mit der Fahrt zur Schiffsanlegestelle bei der Mannheimer Kurpfalzbrücke.

Für die Erkundungsfahrt durch das Areal bedeutender Mannheimer Unternehmen im Bereich des Hafens stärkten sich die Teilnehmer an Bord bei Kaffee und Kuchen. Zunächst führte die Route Neckar abwärts bis zur Kammerschleuse. Hier wird der Wasserspiegel um 40 cm abgesenkt, damit die Fahrt im Industriehafen Altrhein fortgesetzt werden kann. Links liegt die Friesenheimer Insel, rechts große Mühlen und Fabriken. Früher gab es hier eine Spiegelfabrik mit einer Arbeitersiedlung, in welcher der legendäre Bundestrainer Sepp Herberger aufwuchs. Am Ende der Friesenheimer Insel erreicht das Schiff flussaufwärts den Rhein und das weite Areal der BASF. Ein markanter Punkt der Fahrt ist die Neckarspitze, ehe man im Mannheimer Handelshafen ankommt.

Zweitgrößter Binnenhafen

Die gesamte Strecke der Rundfahrt vermittelt einen Eindruck von der Bedeutung das Hafens, der nach Duisburg der zweitgrößte Binnenhafen Deutschlands ist. Das erkennt man bei dieser Rundfahrt sehr bald, wenn man neben großen Mühlen und Fabriken, wie die Glasfabrik Vegla und die Papierfabrik (ehemals Zellstoff Waldhof) entdeckt. Seine europäische Bedeutung erhält der Mannheimer Hafen durch Unternehmen wie Roche mit 800 und BASF mit 35 000 Beschäftigten und einer Betriebsfläche von 10 Quadratkilometern. Die BASF ist das größte Chemieunternehmen der Welt. Geradezu überwältigend sind die Eindrücke vom Containerhafen mit dem Umsatz von 9,5 Millionen Tonnen in 2017. Diese Güter und Produkte wurden von 9 000 Schiffen angeliefert. Die Container gibt es in zwei verschiedenen Größen, die natürlich auch bei der Lagerung berücksichtigt werden müssen. Diese Rhein-Neckar-Industriekultur hat jedoch auch romantische Winkel mit Grün und hübschen Restaurants. Man freut sich über die vielen Schwäne, die man entdeck und bewundert das Tempo der schnittigen Boote beim Rudertraining. Hinter der Kurt Schumacherbrücke dreht das Schiff dieser Hafenrundfahrt.

An der Neckarspitze biegt es wieder in den Neckar ein und legt wenig später bei der Kurpfalzbrücke an. Die Hinweise des Kapitäns während der Fahrt waren interessant und sehr informativ. In zwei Stunden hat das Schiff bei der Rundfahrt 25 Kilometer zurückgelegt.

Zum Ausklang dieses erlebnisreichen Tages waren die 100 Teilnehmer dieser Ausflugsfahrt wieder am Wasser. Diesmal jedoch war es eingroßes Mühlrad bei dem Gasthof „Vetters Mühle“ in Bensheim-Zell.

Hier genoss man Odenwälder Spezialitäten beim gemeinsamen Abendessen, lachte über lustige Vorträge und freute sich an der internationalen Schlagerparade von Horst Gerlinger. Mit dem Abschiedslied, das Helene Bugert anstimmte, klang dieser Tag harmonisch aus. Nach der Rückfahrt haben viele der Teilnehmer beim Abschied in Viernheim den Organisatoren dieses Jahrgangsausflugs herzlich gedankt. H.T.

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