Viernheim

Bildung Schüler der AMS machen „Netzführerschein“

Internet birgt viele Gefahren

Archivartikel

Viernheim.Die junge Dame steht vor ihrem pinkfarbenen Kleinwagen, an dem eine Schleife befestigt ist, und strahlt über das offensichtliche Geschenk. Wahrscheinlich ist es nur ein Schnappschuss, den die Frau im sozialen Netzwerk gepostet hat. Doch das Foto bietet gleich mehrere Angriffsflächen – der Rock zu kurz, die Haare zu blond, das Auto zu auffällig, das Nummernschild („IQ69“) zu zweideutig. „Einmal hochgeladen, bleiben solche Bilder auf ewig im Netz“, weiß Thomas Graschtat. Der Medienbeauftragte der Albertus-Magnus-Schule (AMS) weiß, dass das Internet zwar viele Möglichkeiten, aber auch jede Menge Gefahren birgt: „Dieses Bild und alle Kommentare werden die junge Frau ihr Leben lang verfolgen.“

Das Projekt „Netzführerschein“ an der AMS soll die Schüler deshalb für die Gefahren des Internets sensibilisieren. „Wir haben das Projekt inzwischen in die Jahrgangsstufe fünf gelegt, weil Schüler immer früher Zugang zum Internet bekommen“, berichtet Lehrer Graschtat. Fast jeder der Zehn- und Elfjährigen habe ein Smartphone. „Aber die meisten wissen nicht, wie sie ihr Handy überhaupt einrichten sollen.“

Sichere Passwörter

Zusammen mit den Medienscouts, Schüler der älteren Klassenstufen, klicken sich die Mädchen und Jungen durch ihre Smartphones und die Schulcomputer. Sie bekommen Tipps für ein Virenschutzprogramm oder Anleitungen für einen gesicherten Zugang – wie man sichere Passwörter erstellt, die nicht durch ein einfaches Programm entschlüsselt werden können.

Die Fünftklässler überlegen sich auch, welche Informationen sie im Internet über sich preisgeben. „Verrate ich die Farbe meiner Unterwäsche?“, nennt Thomas Graschtat ein überspitztes Beispiel. So stellen die Schüler eigene Verhaltensregeln für Chats und soziale Netzwerke auf – zum Beispiel, private Dinge nur in Einzelnachrichten zu schreiben. su

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