Viernheim

Kabarett Spitzklicker präsentieren „Fünf vor Zwölf? – Die Uhr geht nach!“ / Neue Regisseurinnen

Kampf gegen „Klobalisierung“

Viernheim.„Fünf vor Zwölf? – Die Uhr geht nach!“ lautet der Titel des 36. Programms der Weinheimer Spitzklicker. Am Freitag, 13. März, 20 Uhr, treten die Kabarettisten damit um 20 Uhr in der Viernheimer TSV-Halle auf. Den Titel habe man gewählt, „weil es bei zu vielen Dingen heute schon zu spät ist, um wirklich noch etwas ändern zu können“, erklärt Franz Kain im Gespräch mit dem „Südhessen Morgen“.

Eine kleine Auswahl davon greift die Formation auf, zu der neben Kain auch Markus König, Susanne Mauder und der Pianist Daniel Möllemann gehören. Angesprochen wird etwa der Klimawandel, gegen den, wie Kain sagt, mit Elektrorollern „angescootert“ werde, anstatt auf höherer Ebene eine wirksame Lösung zu finden.

Ein weiteres Thema wird die Toilette für das Dritte Geschlecht sein. „Die soll ja jetzt schon in Kindergärten eingeführt werden, das ist doch verrückt“, findet Kain. Im Sketch „Klobalisierung“ stellen die Spitzklicker daher zahlreiche weitere Toiletten-Varianten für Minderheiten vor, etwa für Nordic Walker oder Schachspieler mit Migrationshintergrund.

Auch die neuen Medien nehmen die Spitzklicker satirisch unter die Lupe. Dabei gehen sie besonders auf Sprachprobleme ein. So bekommen nicht nur „Influencer“, also junge Menschen, die lieber Produkte im Internet bewerben als etwa einen Handwerksberuf zu erlernen, ihr Fett weg.

„Dating auf dem Smartphone machen heute ja zum Beispiel auch 60-Jährige“, erklärt Kain, der selbst 55 Jahre alt ist. Zwar greift das Ensemble auch das Thema Altersarmut auf, etwa wenn in einem Sketch eine Rentnerin noch mehrere Berufe ausüben muss, unter anderem als Türsteherin.

Generell versuchen die Spitzklicker aber, neben dem Stammpublikum auch jüngere Gäste anzuziehen, wie Kain erklärt. „Bei vielen Kabarettisten altert das Publikum mit. Das wollen wir anders machen.“ Erstmals übernehmen daher beim aktuellen Programm Kains 25-jährige Tochter Patricia sowie die 31-jährige Felicitas Hadzik die Regie. Die beiden Frauen mit Musical-Erfahrung waren in den vergangenen Jahren bereits für die Choreographie der Spitzklicker-Auftritte zuständig.

„Jetzt kommt alles aus einem Guss“, erklärt Franz Kain. Zwischen moderierte Abschnitte und Sketche sind sechs musikalische Elemente eingebaut, bei denen das Klavier von Daniel Möllemann zum Einsatz kommt. Die Lieder haben die Spitzklicker größtenteils selbst getextet und komponiert. Zu hören sein wird etwa das Stück „Alles, was rechts ist“, das sich mit dem Thüringer AfD-Politiker Björn Höcke beschäftigt und ein „Potpourri“ bekannter Melodien mit Texten über Donald Trump, Kim Jong-Un und Angela Merkel.

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