Viernheim

Austausch Mitglieder des „Fidelen Kochlöffels“ wirken beim Herbstfest im litauischen Kaunas mit

Kartoffelsuppe kommt gut an

viernheim.Vor gut einem Jahr fand in Heppenheim erstmalig ein Treffen der Landräte des Kreises Bergstraße und des Kreises Kaunas in Litauen statt. Anlässlich der Kreispartnerschaft durfte der Viernheimer Kochclub „Fideler Kochlöffel“ ein Galadiner kredenzen, das wohl sehr gut angekommen ist. Schließlich gab es auch deshalb eine Einladung für die südhessischen Köche zu einem Gegenbesuch.

Gerhard und Ralph Hornung, Robert Kroiss, Franz Schmitt sowie Rolf Schneider machten sich nun auf die Reise, um in Kaunas am Herbstfest teilzunehmen. Natürlich war der Ausflug keine reine Besichtigungstour, die Teilnehmer sollten auch die Kochmützen aufsetzen und den Herd anheizen. Es war richtig Arbeit gefragt, denn es galt, mehr als 1000 Portionen hessische Kartoffelsuppe mit Steinpilzen für die Gäste zuzubereiten. Die „fidelen“ Köche wurden auf dem Flughafen in Vilnius herzlich begrüßt und tauschten mit ihren Gastgebern sogleich Erinnerungen an das Treffen an der Bergstraße aus. Mit einem Kleinbus ging es ins Hotel und später zu einem gemeinsamen Abendessen. Im Festsaal eines Traditionslokals wurde eine reichlich gedeckte Tafel mit landestypischen Spezialitäten präsentiert. Dazu wurden hochprozentige Köstlichkeiten ausgeschenkt.

Eine Gruppe in historischen Trachten trug litauische Volkslieder vor, nicht fehlen durfte ein typischer Volkstanz. Als Vorspeise gab es eine klare Steinpilzsuppe, im Brotlaib serviert. Hauptgericht war eine Variation von ungefüllten Kartoffelklößen und solchen mit Hackfleischfüllung. Dazu gab es eine Lauch-Zwiebel-Speckrahmsauce, eine litauische Spezialität, die die Deutschen an ein altes Rezept aus dem Saarland erinnerte. Als Dessert wurde Mohnkuchen serviert. Am zweiten Tag ging es ins Schloss Raudondvaris. Museumsdirektor Zigmas Kalesinskas führte durch das Schloss und informierte über die Geschichte des Palastes mit Gutshof und Park. Vom 16. bis zum 20. Jahrhundert diente es als Residenz des litauischen Adels. Heute finden dort Konzerte, Festivals und Ausstellungen statt. Und das Herbstfest, mit großer Bühne und vielen Gästen.

Kulinarische Entdeckungsreise

Zu den Köstlichkeiten, die dabei geboten wurden, zählte eine typisch deutsche Suppe. Das „Kochlöffel“-Rezept wurde durch die Schlossküche, unter dem wachen Auge des Restaurantbesitzers Vytas Cicelis, zubereitet und von den fünf Hobbyköchen fein abgeschmeckt.

Auf eine persönliche Begrüßung des Landrats von Kaunas, Valerijus Makunas, folgte eine kulinarische Entdeckungsreise durch die kleinen Zelte, in denen regionale Erzeugnisse angeboten wurden. Abschließend forderte der Landrat die Viernheimer bei einer Teamaufgabe heraus. Für den Kartoffelkloß „Zeppelino“ sollte geerntet, geschält, gerieben, gekocht und er gegessen werden.

Am Sonntag stand eine Stadtführung durch Kaunas auf dem Programm. Anschließend legten die Viernheimer erneut die Kochkleidung an, es ging in die Profiküche von Laura Jauskeviviene. Unterstützt wurden die Viernheimer von den Food-Company-Managerinnen Dalie Slepaviciene, Nijole Saukliene und Zana Surviliene. Sie hatten Robertas Scesnavicius, einen litauischen TV-Koch, eingeladen.

Zusammen bereiteten alle ein exzellentes Gourmetmenü zu. Es bestand aus Austern an zweierlei exotischen Saucen, eingelegten Steinpilzen an Gänsestopfleber und Feige, Entenbrust kross gebraten auf Steinpilzrisotto sowie einer litauischen Dessertvariation. Die Genussreise der Hobbyköche fand damit ihren krönenden Abschluss.

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