Viernheim

Hauptversammlung Ortsverein der Arbeiterwohlfahrt zieht Bilanz / Vorbereitung auf Jubiläumsfest am 15. Juni

„Kindergarten wird vielfältiger“

Viernheim.Über den großen Zuspruch bei der Mitgliederversammlung freute sich Jutta Schmiddem, Erste Vorsitzende der Viernheimer Arbeiterwohlfahrt. Die Vereinsentwicklung sei sehr positiv, so habe man im vergangenen Jahr fast 50 neue Mitglieder gewinnen können. AWO-Kreisvorsitzender Ludwig Kern pflichtete ihr bei: Der Viernheimer Ortsverein sei nicht nur im Hinblick auf den Umfang der Aktivitäten außergewöhnlich, sondern mit 267 Mitgliedern inzwischen auch der mitgliederstärkste AWO-Ortsverein im Kreis Bergstraße.

Tom Tarchanow, der Vorsitzende des Kindergartenausschusses, berichtete den Mitgliedern über die Arbeit in den Kindertagesstätten, dem umsatzstärksten und personalintensivsten Fachbereich: Mit 86 pädagogischen Fachkräften betreue die AWO 434 Kinder, darunter 45 unter drei Jahren. 270 Kinder würden ganztags betreut (62 Prozent), 255 Kinder hätten einen Migrationshintergrund (59 Prozent). Bei dieser Zahl werde unter anderem deutlich, dass Deutschland ein Einwanderungsland sei. „Der Kindergarten wird dadurch vielfältiger: im Alltag mit Kindern und Familien und in seinem Auftrag. Wir müssen lernen, mit der wachsenden Vielfalt produktiv und positiv umzugehen, damit alle das bekommen, was sie für eine gute Entwicklung brauchen“, sagte Tarchanow.

Sorgen bereite ihm die Situation am Arbeitsmarkt für Erzieherinnen: Bisher habe man nahezu durchgehend alle Stellen besetzen können, aber die Suche nach geeigneten Fachkräften werde zunehmend schwieriger. Man müsse erreichen, dass Erziehungsberufe auf Dauer attraktiv blieben und die erforderliche Qualität in den Einrichtungen erbracht werden könne. „Die Stadt Viernheim unterstützt uns dabei im Rahmen ihrer Möglichkeiten. Wichtig wäre nun ein echtes Signal des Landes Hessen, das uns in die Lage versetzt, die längst überfällige Veränderung der Erzieher-Kind-Relation auf den Weg zu bringen“, erklärte Tom Tarchanow.

Mobiler Menü-Service

Laut Sabine Schmiddem geht es beim Mobilen Menü-Service der AWO nach einem schwierigen Jahr wieder aufwärts. Hier sieht Schmiddem aber noch weiteren Bedarf: Allein lebende Senioren würden neben dem Mahlzeitendienst verstärkt haushaltsnahe Dienstleistungen und persönliche Ansprache bei der AWO nachfragen. Vorstandsmitglied Beate Meyer – zuständig für den AWO-Kleiderladen im katholischen Sozialzentrum – wurde für 30-jährige Mitgliedschaft in der Arbeiterwohlfahrt geehrt. Bei den Fotos von der Baustelle des Erweiterungsbaus wurde allen deutlich, mit welchen Schwierigkeiten das ehrenamtliche Kleiderladen-Team über ein Jahr zu kämpfen hatte.

„Wir hatten trotzdem den Laden fast immer geöffnet, und die Mühe hat sich wirklich sehr gelohnt“, sagte Meyer. „Wir haben jetzt viel mehr Fläche, um die gespendete Kleidung zu präsentieren, die durch unseren Laden einem guten Zweck zugeführt wird, anstatt einfach im Container zu verschwinden.“

Thomas Sebert, Leiter des AWO-Familienzentrums Kirschenstraße, zeigte auf, wie die Zusammenarbeit mit Eltern in vielfältiger Weise unterstützt werden könne: „Unser Auftrag umfasst die vier großen Bs: Bildung, Betreuung, Begegnung und Beratung.“ Durch die Verknüpfung dieser Elemente und die Einbindung von Institutionen außerhalb der Kindertagesstätte gebe es Synergieeffekte, die den Kindern und den Eltern in vielfältiger Weise zugute kämen.

„Aus Erfahrung für die Zukunft“ lautet der Leitspruch der Arbeiterwohlfahrt für ihr 100-jähriges Bestehen. Bei seinem Ausblick auf die Aktivitäten des Viernheimer Ortsvereins im Jubiläumsjahr lud Tom Tarchanow alle Mitglieder und Freunde der AWO zum Jubiläumsfest am 15. Juni ins Museum ein. red

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