Viernheim

Innenstadt Mitarbeiter des Stadtbetriebs präparieren Baumscheiben am Wasserspiel

Kleber hält Kieselsteine fest

Archivartikel

Viernheim.Das Prozedere wiederholte sich über Monate: Kinder und Jugendliche nahmen die Kieselsteine aus den Baumscheiben vor der Apostelkirche und verteilten sie auf dem Pflaster. Hin und wieder verstopfte der Splitt sogar die Düsen des neuen Wasserspiels und die Ablaufrinnen. Die Brunnenanlage funktionierte dann nicht mehr einwandfrei. Am Tag darauf rückten jeweils die Mitarbeiter des Viernheimer Stadtbetriebs an und kehrten das Material wieder zusammen.

Doch davon hatte die Stadtverwaltung nun genug: Angestellte des Stadtbetriebs haben den Granitsplitt mit einer Spezialklebemasse vermischt, so dass die Steine an Ort und Stelle fixiert sind. Und tatsächlich liegt seit diesem Zeitpunkt kaum noch loser Kies auf dem Apostelplatz herum. „Die Durchlässigkeit ist gewährleistet, das Wasser läuft bestens ab“, teilt die städtische Presse- und Informationsstelle auf Anfrage des „Südhessen Morgen“ mit. Die Stadt denke darüber nach, auch die beiden verbliebenen Baumscheiben mit dem Bindemittel zu behandeln. Zunächst will die Verwaltung aber die Situation vor Ort beobachten.

Massive Kostensteigerung

Das Wasserspiel hatte zuletzt im April für Gesprächsstoff gesorgt. Auf Anfrage von CDU, UBV und FDP räumte Erster Stadtrat Jens Bolze in der Stadtverordnetenversammlung eine Kostensteigerung von 110 Prozent gegenüber dem Ausschreibungsergebnis ein. Statt der veranschlagten 100 000 Euro liegt der Preis nach jetzigen Angaben der Stadt sogar bei 220 000 Euro – inklusive Tiefbauarbeiten. Als Grund für den Kostenanstieg nannte Baudezernent Bolze damals eine „lückenhafte Ausschreibung“. Das beauftragte Büro habe etwa vergessen, Druck- und Abwasserleitungen einzuplanen.

Zu Beginn lief die Anlage auch nicht einwandfrei. Die erste Abnahme im August vergangenen Jahres misslang. Es folgten Nachbesserungen des Unternehmens sowie ein mehrmonatiger Probebetrieb, bis der Brunnen im April dann wirklich in Betrieb ging. Mittlerweile funktioniere das Wasserspiel in vollem Umfang und reibungslos, betont die städtische Pressestelle gegenüber dem „SHM“. Die Anlage sei so konzipiert, dass sie bei Sturm oder Starkregen automatisch zurückfahre oder sich sogar ganz abschalte.

In den kommenden Tagen wird das Wasserspiel laut Verwaltung nochmals gewartet. Mitte Oktober werde der Brunnen für die bevorstehenden Wintermonate stillgelegt.

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