Viernheim

Sternsinger Gruppen ziehen vom 3. bis zum 6. Januar durch die Stadt / Teilnehmer üben im Pfarr- und Jugendheim an der Marienkirche

„Könige“ sammeln Geld für den Libanon

Archivartikel

Viernheim.„Es gibt drei gute Gründe, bei den Sternsingern mitzumachen“, erzählt Herbert Kohl. „Ihr bringt den Segen Gottes in die Häuser und zu den Menschen, und ihr sammelt Spenden für notleidende Kinder“, nennt der Gemeindereferent zwei wichtige Aspekte und ergänzt mit einem Augenzwinkern den dritten Punkt: „Und man bekommt eine Menge Süßigkeiten…“

Vom 3. bis zum 6. Januar ziehen die Sternsinger wieder durch die Straßen. Das Dreikönigssingen ist eine gemeinsame Aktion aller Jugendgruppen, es wird nicht getrennt nach Johannes XXIII. oder St. Hildegard-St Michael, sondern die Kinder und Jugendlichen machen sich als Mitglieder der katholischen Kirche Viernheim auf den Weg, um für Hilfsprojekte zu sammeln.

Viele, die sich für die Teilnahme angemeldet haben, kamen noch im alten Jahr zu einem Vorbereitungstreffen im Pfarr- und Jugendheim an der Marienkirche zusammen. Sie beschäftigten sich dabei mit dem Motto der Sternsinger-Aktion 2020: „Frieden – im Libanon und weltweit“. Fernsehmoderator Willi Weitzel hatte das Beispielland besucht und zeigte in einem Film, wie Kinder im Libanon versuchen, friedlich zu leben. Der Bürgerkrieg ist dort seit 1990 beendet, aber das friedliche Zusammenleben sei immer noch schwierig. Außerdem nehme der Libanon viele Flüchtlinge aus Syrien auf. Die Viernheimer Kinder lernen so den Jungen Kassem kennen, der in einem Flüchtlingsdorf zwischen den unterschiedlichen Nationen und Religionen lebt. Das Mädchen Rabella besucht die Caritas-Nachmittagsbetreuung – ein Projekt, das durch die Sternsinger unterstützt wird. Lehrerin Jessica unterrichtet das Fach „Religionen“. Alle Konfessionen hätten eine goldene Regel: „Behandle die Menschen so, wie du selbst behandelt werden willst.“ Lehrerin Hiba kennt den Schlüssel für eine friedliche Welt: „Liebe. Wenn Kinder dies erfahren, können sie den Frieden gestalten.“ Die Botschaft des Friedens wollen die Sternsinger ab Freitag von Haus zu Haus tragen.

Herbert Kohl las den Sternsingern und den Gruppenleitern die Stelle aus dem Matthäus-Evangelium vor, in der von den Weisen aus dem Morgenland erzählt wird, die dem Stern zur Krippe folgen. Später wurden aus den Sterndeutern Könige mit Namen: Caspar bedeute „Schatzmeister“, Balthasar „Meister des Lichts“ und Melchior „Gott schütze das Leben des Königs“.

Drei Kreuze am Türrahmen

Es sind aber nicht die Initialen der drei Könige, die an die Tür geschrieben werden: Das CMB steht für „Christus mansionem benedicat – Christus segne dieses Haus“. Bei der Jahreszahl steht ein Stern und drei Kreuze – für den Segen im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Den Segensspruch werden die Sternsinger entweder traditionell mit Kreide an den Türrahmen schreiben oder mit einem Aufkleber anbringen.

Für den Besuch der Häuser haben die Sternsinger nicht nur die Lieder geübt, sondern auch die Texte. Jeder der kleinen Könige und der Sternträger hat dabei einen oder zwei Sätze zu sagen. Für die Hausbesuche konnten sich die Viernheimer vorab anmelden. Das Stadtgebiet wurde in Bezirke eingeteilt. Erst geht es in die Innenstadt und die Oststadt, am zweiten Tag in die Innenstadt und die Weststadt, am Sonntag in die Nordweststadt und am Montag ins Industriegebiet und den Bannholzgraben. Am Freitag kommen die Sternsinger zusammen, ziehen ihre Gewänder an und werden dann in Gruppen eingeteilt. Pfarrer Ronald Givens sendet sie um 12 Uhr auf dem Apostelplatz aus. Am Montag, 6. Januar, ist um 10 Uhr ein Sternsinger-Gottesdienst in der Apostelkirche.

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