Viernheim

Karfreitag Konzert des evangelischen Posaunenchors beeindruckt Zuhörer in der Auferstehungskirche

Kreuzweg Jesu musikalisch mitverfolgt

Archivartikel

Viernheim.„Die mit Tränen säen, werden in Freuden ernten“. So lautete das Motto des diesjährigen Konzerts zum Karfreitag in der evangelischen Auferstehungskirche. Durch die von Martin Luther geprägte Theologie des Kreuzes, die auf dem Weg der Sündenerkenntnis zur Annahme der Erlösungsgnade Christi anleitet, ist der Karfreitag der höchste kirchliche Feiertag für evangelischen Christen. Traditionell wird dieser auch in Viernheim mit einem Konzert in der Auferstehungsgemeinde begangen. Erstmals war dies nun ein reines Bläserkonzert.

Unter der Leitung von Jens Uhlenhoff spielten die 16 Mitglieder des evangelischen Posaunenchors 12 kirchliche und weltliche Musikstücke aus der Zeit von der Renaissance bis zur Neuzeit. Pfarrer Markus Eichler verband die Stücke mit Lesungen aus der Leidensgeschichte Christi von seiner Verurteilung durch Pontius Pilatus bis zu seiner Kreuzigung. Jens Uhlenhoff trug aber neben der Leitung des Posaunenchors noch durch andere wichtige Arbeit zum Gelingen dieses Konzerts bei.

Stücke umarrangiert

Da selten Musikstücke für reine Blasorchester komponiert werden, mussten einige Stücke von ihm für Blasorchester bearbeitetet und arrangiert werden. Zudem wechselt er bisweilen von der Dirigentenposition ans Vibraphon mit dessen hellen Tönen er den warmem Klang der Blechbläser begleitete und auch eigne Improvisationen spielte. Zum Auftakt erklang die Motette von Heinrich Schütz (1585 bis 1672) „Die in Tränen säen“, welche auch dem ganzen Konzert seien Namen gegeben hat. Beim dritten Stück, dem Kirchenlied „Wer nur den lieben Gott lässt walten“ (1657 von Georg Neumark komponiert) begleitete Jens Uhlenhoff seine Blechbläser (acht Trompeten, vier Posaunen, zwei Tuben und zwei Hörner) erstmals mit seinem Vibraphon. Neben der Lesung der Texte durch Pfarrer Eichler verlieh der Gesang dieses Chorals durch die Gemeinde – und weiterer zweier Choräle – dem Konzert quasi den Charakter eines Gottesdienstes. Für Pfarrer Eichler ist der Karfreitag, eine Einladung innezuhalten und sich auf die Leidensgeschichte Jesu einzulassen, wozu auch dieses Konzert animieren sollte – wie er in seiner Lesung hervorhob.

Anschließend erfüllten die elegischen Klänge der „Improvisation Nr. 1“ – meisterhaft von Jens Uhlenhoff auf dem Vibrafon gespielt – den gesamten Kirchenraum. Zum Ende hin schneller werdend aber dann ganz leise endend. Die Trompeten waren anschließend die Träger der Melodie der ersten weltlichen Darbietung: des melancholisch-romantischen Stücks „Solveigs Lied“ von Edvard Griegs aus seiner Peer-Gynt- Suite Nr. 2 aus dem Jahr 1891.

Mit einem Vibrafonsolo begann das klassische Barockstück „La Folia“ von Arcangelo Corelli. Schließlich übernahmen wieder die Trompeten die Melodie, während Posaunen, Tuben und Hörner den Kontrabass-Part spielten.

Gemeinde tritt in Aktion

Die Gemeinde trat dann noch zwei mal in Aktion: Bei den Kirchenliedern „Bleibe bei mir, Herr“ und „Befiehl du deine Wege“. Schließlich klang nach dem „Largo“ von Antonin Dvorák und einer weiteren Improvisation von Jens Uhlenhoff das Konzert mit dem bekannten „Abendgebet“ aus Engelbert Humperdincks Oper „Hänsel und Gretel“ feierlich aus.

Nach einem – trotz Karfreitag – kräftigen Schlussapplaus dankte Pfarrer Markus Eichler allen Beteiligten. Er segnete alle Anwesenden; durch die eben gehörte Musik sei seine Hoffnung auf die Botschaft Christi erneut bestärkt worden.

Beim nächsten Konzert am Sonntag, 29. April, um 18 Uhr, in der Auferstehungskirche, werden die evangelische Kantorei und das Streicherensemble mit Musik zur Romantik zu hören sein.

Das Wichtigste von heute
Newsticker Südhessen Ticker
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional
Meistgelesene Artikel
Neueste Artikel