Viernheim

Monat des Ehrenamts Ausstellung im Rathaus zeigt Einblicke in die Arbeit von Feuerwehr und Rettungsdiensten

Lebensrettern auf der Spur

Archivartikel

Viernheim.Ist ein Autounfall mit Verletzten passiert oder hat ein Elektrogerät Feuer gefangen oder nur die Katze sich auf einem Baum verstiegen? Menschen haben die Sicherheit, dass mit der Notrufnummer 112 rund um die Uhr Helfer alarmiert werden können, die Menschen vor größerem Schaden für Leib, Leben und Eigentum bewahren und aus gefährlichen Situationen befreien.

Rund um die Uhr sind die meist ehrenamtlichen Retter der Freiwilligen Feuerwehr, der Hilfsdienste vom Deutschen Roten Kreuz, der Malteser, der Johanniter oder vom Arbeiter Samariter Bund sowie vom Technischen Hilfswerk über die bekannte Nummer 112 durch die Rettungsleitstelle schnell an Unfallorte zu beordern.

Diesen Helfern – die neben ihrer Helfertätigkeit ja meistens auch noch ihrem Beruf nachgehen – sagt das Limburger Künstlerehepaar Ute und Rainer Wengenroth mit ihrer Wanderausstellung „112“ mit Bildern, Fotografien und Kollagen ein herzliches Dankeschön. Die Ausstellung kann an Werktagen zu der üblichen Öffnungszeiten des Rathauses bis zum Freitag, 28. September, besichtigt werden. Selbstverständlich können die Kunstwerke auch erworben werden.

Über zwei Jahre begleiteten Ute und Rainer Wengenroth die Frauen und Männer der Feuerwehr, des THW, der Malteser und des Arbeiter Samariter Bundes zu Einsätzen und Übungen: auf schwankenden Drehleitern in 30 Meter Höhe oder nahe an Feuern, die einem die Haare zu versengen drohten.

Emotionen und helfende Hände

Sie setzten dabei mit ihren Kunstwerken sowohl die gefährliche Arbeit, die Helfer mit ihren Emotionen als auch die helfenden Hände und die jeweiligen Gerätschaften (zum Beispiel ein wasserspeiendes C-Rohr oder einen Hydranten) sehr gekonnt in Szene.

Ute Wengenroth betreibt gemeinsam mit ihrem Mann eine Galerie mit 360 Quadratmeter Fläche in Limburg an der Lahn. Beide haben sich auf Einrahmungen, Auftragsmalerei, Fotokunst sowie auf die künstlerische Ausgestaltung ganzer Räumlichkeiten spezialisiert. Hauptauftraggeber für ihre Kunst sind Krankenhäuser und Arztpraxen. Ihre Fotos und Gemälde werden aber auch für die Ehrung der Ehrenamtlichen immer beliebter („Urkunden waren vorgestern“).

Was war eigentlich ihre Motivation? Ute Wengenroth berichtete von ihrem schwer kranken Vater und dass sie seinetwegen viermal kurz hintereinander den Rettungsdienst alarmieren musste. Sie war aber emotional so angespannt, dass sie sich nicht einmal bedankt hatte.

Ebenso trug ein längeres Gespräch mit einem Limburger Feuerwehrmann zu der Idee der Wanderausstellung bei. Insgesamt umfasst die Serie „112“ rund 300 Werke. Die neusten davon haben die Künstler nach Viernheim mitgebracht.

Der Prozess beginnt meist mit Fotografien, die noch mit einem Computerprogramm bearbeitet werden. Diese werden dann großflächig auf verschiedene Materialien wie Leinwand, Papier oder Aluminium aufgedruckt. Zum Schluss werden sie dann noch mit Farbe verfeinert, in dem ein loderndes grellgelbes Feuer oder ein perlender Wasserstrahl hinzugefügt wird.

Die Ausstellung wurde vom Ersten Stadtrat, Jens Bolze eröffnet. Sie ist Teil des Viernheimer Monats des Ehrenamtes bis zum Sonntag, 30. September), in dem unter dem Motto „Demokratie heißt mitgestalten“ bei 42 Veranstaltungen in Viernheim den ehrenamtlichen Helfern gedankt und für das Ehrenamt geworben werden soll.

Auch Kulturamtsleiter Klaus-Dieter Stöppel würdigte die Ausstellung als gelungene Werbung, sich in Hilfsdiensten zu engagieren.

Wenn man die Helfer frage, warum sie sich so engagieren, fiele ihnen meist zunächst keine Antwort ein – so Rainer Wengenroth. Dann sagten sie: „Mein Vater war schon dabei, und mein Kumpel ist auch dabei“. Neben einem Bild steht ein Originalzitat eines Feuerwehrmannes: „Ich bin mit Herz und Seele Feuerwehrmann, weil die Feuerwehr eines der nützlichsten Hobbys ist, die ich kenne.“

Öffnungszeiten Rathaus: Montag und Dienstag 7.30 bis 16.30 Uhr, Mittwoch 7.30 bis 18 Uhr, Donnerstag und Freitag 7.30 bis 12.30 Uhr.

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