Viernheim

Freiwilligentag I Rund 850 Viernheimer bringen sich bei 27 Projekten ein / Vielfältiges Engagement in Kitas / Bäckerteam aktiv

Leckere Brote als Stärkung

Archivartikel

Viernheim.In der Backstube des Heimatmuseums herrscht den ganzen Tag über Hochbetrieb. Die Teigrührmaschine läuft pausenlos und verknetet die Zutaten zu einem geschmeidigen Brotteig. „Insgesamt sind es mehr als 105 Kilogramm Teig, das ergibt über 130 Brote“, sagt Markus Müller. Der Teig wird von den gelernten Bäckern Karlheinz Barth und Willi Frank in kleine Portionen aufgeteilt und in den Ofen geschoben. Manfred Bergmann und Hans-Jürgen Unger achten darauf, dass die Betriebstemperatur stimmt. Ein Großteil der fertigen Brote wird schließlich zum Abschlussfest des 14. Viernheimer Freiwilligentags am Rhein-Neckar-Zentrum gebracht.

In 27 Projekten können sich die Viernheimer einbringen, sie können streichen und malen, Unkraut jäten und Sträucher schneiden, neue Bänke oder Tische zusammenschrauben oder basteln und nähen. Mehr als 850 Bürger sind am Samstag im Einsatz, um diese Arbeiten zu erledigen, für die im regulären Betrieb oft keine Zeit bleibt.

Die meisten helfenden Hände sind im AWO-Familienzentrum in der Kirschenstraße aktiv. Dort gibt es gleich mehrere Projekte, an denen man mitwirken kann. Zum einen wird die Tauschbücherei, die in einer Telefonzelle untergebracht werden soll, weiter gebaut. Im vergangenen Jahr wurde das Fundament gegossen, inzwischen steht die Zelle. Mit einem Holzregal wird sie nun innen gestaltet, so dass dort bald viele Bücher ihren Platz finden. Auch auf dem Außengelände ist viel los, weil alle großen Holzspielgeräte und die Sitzgarnituren abgeschliffen werden. Und auch in den Räumen sind die Freiwilligen am Werk und schaffen Pinnwände aus Korkplatten.

Auch im Waldkindergarten werden Hammer und Pinsel geschwungen. Kaninchen Keksi bekommt ein neues Gehege. Der Stall ist schon da, die Außenanlage wird nun eingezäunt und mit Draht an den Seiten und einem Netz von oben gegen ungebetenen Besuch geschützt. „Keksi bekommt auch einen neuen Freund“, kündigt Waldkindergarten-Leiterin Susi Strickler an, dass in dem neuen Areal nicht nur ein Häschen wohnen soll. Im Garten der Solidarischen Landwirtschaft (Solawi) sollen weitere Gemüse- und Obstsorten angebaut werden. Dazu werden Anzuchttische gebaut. Gärtner Mett Hinger zeigt, wie man die Bretter am besten zusammenschraubt. „Das ist wieder etwas ganz anderes als die Projekte, bei denen ich in den letzten Jahren geholfen habe“, berichtet Dagmar Hartmann und setzt den Akkuschrauber an der späteren Tischplatte an.

Abschlussfest am RNZ

Mitarbeiter der Stadtverwaltung fahren die einzelnen Projekte ab. Sie machen sich nicht nur einen Eindruck von der Arbeit, sondern notieren vor allem die Helferzahl. Schließlich stellt Harald Hofmann fest: „Alles in allem waren es knapp 850 Freiwillige, die sich in irgendeiner Form engagiert haben.“ Damit ist die Rekordzahl vom vergangenen Jahr mit über 1000 Freiwilligen nicht erreicht. „Aber zwei Schulprojekte und damit eine stattliche Helferzahl sind ausgefallen“, fügt der sichtlich zufriedene Leiter des Fachbereichs Bürgerkommune hinzu.

Zum Abschlussfest kommen zwar nicht alle Helfer in ihren grünen Shirts, aber dennoch eine große Gruppe von Freiwilligen. Traditionell richtet das RNZ das Fest aus. Im Rahmenprogramm sind New Jazz und Holger Bläß & Friends zu hören, der Tanzsportclub Rot-Weiss bietet mit dem Auftritt seiner Nachwuchsgruppen etwas fürs Auge.

„Wir sind die einzige Stadt in der Metropolregion, die diesen gemeinsamen Abschluss hat“, betont Bürgermeister Matthias Baaß und würdigt nicht nur den stundenlangen Einsatz der Freiwilligen, sondern auch das Engagement von Centermanager Patrick Steidl und seinem Team. Für das leibliche Wohl ist das Technische Hilfswerk (THW) zuständig – und auf dem Stadtplatz wird dann auch das frisch gebackene Museumsbrot serviert.

Info: Fotostrecke unter morgenweb.de/viernheim

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