Viernheim

Sanierung TV 1893 investiert bis zu 100 000 Euro in die Jahnhalle / Neue Heizung soll Trainingsbedingungen verbessern / Vereinsmitglieder helfen mit

Licht und Wärme von der Decke

Viernheim.Die Jahnhalle wird energetisch saniert. Handwerker haben in dieser Woche begonnen, ein neues Heizsystem und eine neue Beleuchtung in die Trainingsstätte des TV 1893 einzubauen. Bereits vorher hatten freiwillige Helfer über mehrere Wochen die alte Beleuchtung entfernt und die Decke neu gestrichen, wie Alexander Klinke, ehrenamtlicher Liegenschaftsverwalter der Jahnhalle im Gespräch mit dem „Südhessen Morgen“ berichtet.

Eingebaut wird derzeit eine Deckenstrahlerheizung mit integrierter LED-Beleuchtung. Vor Beginn der Bauarbeiten sorgten 45 einzelne Lampen mit je zwei Leuchtstoffröhren an dunklen Abenden für Licht. Erwärmt wurde die Halle durch eine Lüfterheizung, die laut Klinke noch aus den 1960er Jahren stammte. Die Gasheizungsanlage, die um die Jahrtausendwende erneuert wurde, erhitze bei diesem System einen Wasserkreislauf, der wiederum Luft erwärmte. Ein Gebläse leitete die Luft über ein Kanalsystem in Deckennähe in die Halle. Später wurde die abgekühlte Luft unter der Bühne angesaugt und dann erneut erwärmt.

Mehrere Nachteile

Dieses System hatte gleich mehrere Nachteile, erklärt Ulrich Möhring, der Finanzverwalter des TV. So sei es dadurch zum Beispiel eher an der Decke als am Boden warm geworden, was nicht nur für Seniorensportler unangenehm gewesen sei. Zudem sei ein Luftzug entstanden, der beim Tischtennis die Flugbahn der Bälle beeinflusst habe. Das Gebläse habe außerdem, ebenso wie die Leuchtstoffröhren, viel Energie verbraucht. Mit dem neuen kombinierten Heiz- und Beleuchtungssystem wird die Halle gleichmäßiger beheizt und ausgeleuchtet, erklärt Klinke.

Die Module der Heizung werden in vier Reihen an der Decke angebracht. Nach oben sind sie isoliert, damit die Wärme des erhitzten Wassers, das durch sie geleitet wird, sich nur nach unten ausbreitet. Die LEDs wiederum sind laut Klinke nicht nur wartungsärmer als die alten Lampen, sondern auch heller. Dadurch könne zum Beispiel der vom Deutschen Tischtennis-Bund für Turniere vorgeschriebene Wert von 500 Lux einen Meter über dem Boden erreicht werden. Durch die neue Technik sollen außerdem pro Jahr dank des geringeren Gas- und Stromverbrauchs rund 4000 Euro an Energiekosten eingespart werden, so Klinke. Vergleichbare Deckenstrahler seien in der Region bereits in anderen Turnhallen eingebaut worden.

Aufgrund der Nachteile der alten Technik und wegen der hohen Energiekosten sei der TV letztlich gezwungen gewesen, zu investieren, erklärt Finanzverwalter Möhring. Bis zu 100 000 Euro müsse der Verein wohl in die energetische Sanierung stecken, die genauen Kosten stünden aber noch nicht fest. Verteuert habe sich das Projekt auch dadurch, dass Anfang des Jahres der Brenner der Gasheizung kaputt gegangen sei, der nun ersetzt werden müsse.

Einen Großteil der Investitionen will der TV Klinke zufolge durch einen Kredit abdecken. Da die Mitglieder bei Beträgen über 10 000 Euro informiert werden und ihre Zustimmung geben müssen, fand am Mittwoch eine außerordentliche Mitgliederversammlung statt. Dabei haben laut Klinke alle 35 Anwesenden einstimmig für die Bewilligung des Kredits votiert. Nach Abschluss des Projekts werde der Verein rund ein Drittel der Ausgaben durch Zuschüsse wieder hereinbekommen. 25 000 Euro kommen alleine vom Land Hessen. Den Rest des Kredits werde der TV über rund zehn Jahre in Monatsraten abbezahlen müssen, so Klinke. Die eingesparten Energiekosten würden allerdings schon mehr als die Hälfte davon abdecken.

Der Einsatz der Handwerker hat sich laut Klinke um eine Woche verzögert, weswegen die neuen Deckenstrahlermodule wohl erst Mitte nächster Woche fertig montiert sein werden. „Wir rechnen mit einem Beginn des Trainingsbetriebs am nächsten Donnerstag.“ Dann stünden zwar noch Arbeiten für Verkabelung und Installationen an. Diese wollten Mitglieder aber teils selbst erledigen.

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