Viernheim

Evangelische Kirchenmusik II Konzertreise mit dem Förderverein nach Baden-Baden / Nächste Veranstaltung mit Requiem von Mozart am 25./26. November

Mahlers "Lied von der Erde" beeindruckt Zuhörer

Viernheim.Der Förderverein evangelische Kirchenmusik hatte wieder zu einem besonderen Konzertereignis eingeladen: Gustav Mahlers Sinfonie "Lied von der Erde" in der Choreographie von John Neumeier mit dem Hamburger Ballett, den Solisten Klaus Florian Vogt (Tenor), Benjamin Appl (Bariton) und der Deutschen Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern unter Leitung von Simon Hewett.

Der komfortable Reisebus nahm am OEG-Bahnhof 46 erwartungsfrohe Musikfreunde auf zur Fahrt nach Baden-Baden. Als Vorbereitung auf dieses Konzert hatte der Stammtisch Kirchenmusik - eine neue Aktivität des Fördervereins - die Teilnehmer in den Bonhoeffersaal der Auferstehungskirche am Berliner Ring eingeladen, um sich von dem Ehepaar Hildegard und Manfred Richter sachkundig und mit Hörproben in dieses komplexe Werk einführen zu lassen. Nach der begeisterten Aufnahme dieser Verschmelzung von großem Orchester, menschlicher Stimme und Ballett bei der ersten Premiere in Paris und der deutschen Erstaufführung in Hamburg war auch in Baden-Baden im Rahmen der internationalen Balletttage die Erwartung hoch und der große Saal des Festspielhauses an beiden Aufführungsabenden voll besetzt. In sechs Liedern nach Texten von Hans Bethge, Nachdichtungen altchinesischer Gedichte, wird von Mahler der Lebenskreis von der überschäumenden Jugend bis zum Abschied aus dem Leben anhand des Jahreszyklus der Natur besungen. Das Werk gilt als Höhepunkt von Mahlers sinfonischem Schaffen und als sein persönlichstes. Die ersten Lieder spiegeln die Verzweiflung und Zerrissenheit Mahlers nach schweren persönlichen Schicksalsschlägen, Tod seiner Tochter, Trennung von seiner Frau Alma, beginnender schwerer Krankheit wieder. Der Mittelteil ist der Jugend und der Schönheit gewidmet, kennt aber auch düsterere Töne. Der groß angelegte letzte Satz "Abschied" atmet die Vergänglichkeit der Zeit, die in einem vielfach wiederholten "ewig" entschwindet.

John Neumeiers Chorographie interpretiert den unterschiedlichen Charakter der Musik in kongenialer Weise und machte dieses Konzert für alle Hörer zu einem beeindruckenden unvergesslichen Erlebnis. Der lang anhaltende Beifall galt dem hervorragenden Orchester im Graben, ganz besonders aber den Solisten und den Protagonisten und dem gesamten Ballettensemble auf der Bühne und er wurde zum Orkan, als John Neumeier die Bühne betrat.

Trotz schlechter Vorhersagen empfing die 46 Musikfreunde in Baden-Baden ein teilweise blauer Himmel, der vor dem Konzert noch zu einem Bummel durch die Stadt und den Kurpark oder zu Museums- oder Cafébesuch einlud - Zeit genug bis zum Konzertbeginn.

Mit den nun schon fast traditionellen Konzertbesuchen macht der Förderverein evangelische Kirchenmusik auf sich aufmerksam. Er unterstützt die kirchenmusikalischen Aktivitäten der evangelischen Gemeinden auch über die Konfessionsgrenzen hinaus, fördert den musikalischen Nachwuchs und trägt zum kulturellen Leben in Viernheim bei.

Mitgliedschaft für jeden offen

Die Mitgliedschaft steht jedermann offen, Spenden sind sehr willkommen. Auskünfte erteilen die Gemeindebüros am Berliner Ring 74 (Telefon 06204 / 29 99) und in der Saarlandstraße 12 bis 14 (Telefon 06204 / 54 01), sowie Reinhart Baehr (Telefon 06204 /42 31). Spendenkonto des Fördervereins: DE91 5089 0000 0036 2334 00

Die Veranstalter weisen schon jetzt auf das nächste Konzert hin: Am 25./26. November wird die evangelische Kantorei das Requiem von W. A. Mozart in der Auferstehungskirche am Berliner Ring 74 aufführen. red

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