Viernheim

Soziales Kinderschutzbund startet Patenprojekt zur Unterstützung von Familien / Geld für Bücher und Vereinsbeiträge / Volksbank-Stiftung spendet 5000 Euro

„Manchen fehlt es am Nötigsten“

Archivartikel

Viernheim.Die Teilnahme an der Klassenfahrt, die neue Lektüre für den Unterricht, ein Besuch im Kino oder Schwimmbad, ein neues Paar Sportschuhe: Viele Familien in Viernheim haben nicht die finanziellen Mittel, um ihren Kindern das alles zu ermöglichen.

Der Ortsverband des Kinderschutzbundes hat deshalb ein Patenprojekt ins Leben gerufen. Der finanzielle Grundstock kommt von der Stiftung „Hoffnung für Kinder“ der Volksbank Darmstadt-Südhessen, die 5000 Euro für das neue Projekt spendet. „Die Idee ist, dass Kindern und Jugendlichen, deren Familien in finanzieller Not sind und die etwas dringend brauchen, schnell und unbürokratisch geholfen werden kann“, stellt Franziska Hartmann das neue Patenprojekt vor.

Auf dem Boden geschlafen

Die Vorsitzende des Ortsverbands nennt Beispiele: „Schulmaterial, Mittagessen in der Schule, Eintrittskarten oder die Mitgliedsbeiträge für einen Verein.“ Kindern sollte es aus finanziellen Gründen nicht verwehrt bleiben, am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben, so die Initiatoren.

Manchmal fehle es Familien aber schon am Nötigsten: „Ich habe von einem Kind gehört, das nicht einmal ein Bett und eine Matratze hatte und auf dem blanken Boden geschlafen hat“, berichtet der Vorstandssprecher der Volksbank Darmstadt-Südhessen, Matthias Martiné. In solchen Fällen springt die Stiftung „Hoffnung für Kinder“ ein und sorgt schnell für Abhilfe. Deshalb war es keine Frage, dass die Stiftung auch das Kinderschutzbund-Projekt in Viernheim unterstützt. „Not gibt es auch in unserem eigentlich reichen Südhessen, und Armut sieht man oft nicht auf den ersten Blick“, erklärt Martiné.

Auch Bürgermeister Matthias Baaß bedauert die aktuelle Situation: „Leider ist es tatsächlich notwendig, dass es so ein Hilfsprojekt gibt.“ Er freut sich über die neue Initiative in Viernheim: „Kindern, die es brauchen, kann so kurzfristig geholfen werden.“ In der Praxis soll die Unterstützung für die benachteiligten Kinder über offizielle Stellen laufen: Die Stadt, die Schulen oder Kindertagesstätten, die Vereine oder auch Einrichtungen wie das Familienbildungswerk können beim Kinderschutzbund nach Unterstützung für die Familien anfragen.

„Das Geld wird dann direkt an diese offiziellen Stellen überwiesen, nicht an die Familien“, betont Franziska Hartmann. Auch eine Barauszahlung der Mittel sei ausgeschlossen. Mit der Spende der Volksbank hat das Patenprojekt die finanziellen Mittel für den Start. Der Kinderschutzbund hofft nun darauf, dass Viernheimer Bürger, Firmen, Initiativen oder Vereine das Projekt ebenfalls unterstützen. Es kann für das gesamte Projekt gespendet werden oder auch zweckgebunden: „Wenn es jemanden gibt, der Kindern gerne einen Theaterbesuch bezahlen möchte, ist das natürlich auch möglich“, sagt Franziska Hartmann.

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