Viernheim

Rettungsdienst SPD-Politiker besuchen Regionalverband der Johanniter-Unfall-Hilfe

„Mangel an Fachkräften“

Viernheim.Bei einem Besuch in der Regionalgeschäftsstelle der Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) in Viernheim informierte sich die Bergsträßer Landtagsabgeordnete Karin Hartmann (SPD) zusammen mit dem SPD-Unterbezirksvorsitzenden Marius Schmidt über die Aktivitäten, aber auch über Sorgen und Nöte der Hilfsorganisation. Björn Hörnle, Regionalvorstand des Verbandes Bergstraße-Pfalz, führte die beiden Sozialdemokraten durch die Räumlichkeiten, formulierte aber auch einige Forderungen gegenüber der Politik.

Als sehr praxisnah erwies sich eine Stippvisite in einem der modern ausgestatteten Rettungswagen. Die beiden Notfallsanitäter Marvin Veith und Timo Schmitt erklärten den Besuchern die technische Ausstattung und schilderten ihre Erfahrungen bei den Einsätzen. Nach Angaben der Helfer ist es von großer Bedeutung, solche „rollenden Intensivstationen“ mit gut ausgebildetem Personal zu besetzen. Genau das sei aber ein Problem, so die Sanitäter. „Es ist wirklich nicht einfach, entsprechende Leute zu finden“, sagte Hörnle, der einen Mangel an Fachkräften festgestellt hat.

Die Notfallsanitäter selbst berichteten von besonders kritischen Einsätzen. Trotz der Berichte in den Medien werde häufig keine Rettungsgasse gebildet. Schaulustige sorgten für zusätzliche Staus und behinderten die Arbeit.

Helfer berichten von Tätlichkeiten

Es habe sogar schon tätliche Angriffe auf die Helfer gegeben. „Deshalb gibt es mittlerweile spezielle Schulungen, wie man mit solchen Situationen umgeht“, teilte Marvin Veith mit. Als ärgerlich bezeichneten die JUH-Mitglieder auch die „vielen Bagatellfälle“, zu denen sie gerufen würden. Das sorge für unnötige Arbeit und blockiere die Helfer, die eigentlich an anderen Orten mehr gebraucht würden. Die kleine SPD-Delegation zeigte sich beeindruckt von den zahlreichen Aktivitäten der Johanniter, beide Politiker sicherten ihre Unterstützung zu.

Gebraucht wird sie laut Regionalvorstand Hörnle beispielsweise bei der neuen Ausschreibung für den Rettungsdienst im Kreis Bergstraße, die demnächst anstehe. „Wir können alles leisten, allerdings nicht nur auf hauptamtlicher Basis. Auch in Zukunft wird das Ehrenamt gebraucht, und nicht nur, um den Menüdienst zu gewährleisten.“

Die Vergabe der Aufgaben an private Anbieter sieht der Regionalvorstand kritisch, „denn dort wird nicht immer nach Tarif bezahlt“. Probleme haben die Johanniter nach eigenen Angaben auch mit der Besetzung der Stellen für das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ). Immer weniger Schulabgänger seien bereit, sich für das Wohl der Gemeinschaft zu engagieren. Dabei können die Jugendlichen nach Einschätzung von Björn Hörnle in den zwölf Monaten viel für ihre Zukunft lernen. JR

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