Viernheim

Ehrenamt Jugendfeuerwehr holte alte Weihnachtsbäume vom Straßenrand und bringt sie zur Mülldeponie

Mehr als 60 Helfer im Einsatz

Viernheim.Vor wenigen Tagen waren sie noch strahlender Mittelpunkt im Wohnzimmer vieler Familien, jetzt sind sie nur noch schmuckloses Tannengeäst auf dem Komposthaufen der Mülldeponie: Die Haltbarkeit von Weihnachtsbäumen ist nun einmal sehr begrenzt. Nach der Kaufentscheidung vor den Festtagen heißt es nach Silvester allerorten: „Und wohin jetzt mit dem nadelnden Teil?“

Die Antwort lieferte einmal mehr die Viernheimer Jugendfeuerwehr, die sich um die fachgerechte Entsorgung des Biomülls kümmerte. So auch am vergangenen Samstag, als zahlreiche Helfer in mehreren Fahrzeugen im Stadtgebiet unterwegs waren. Die Ausbeute bewegte sich auf dem Niveau der Vorjahre, wobei (noch) nicht alle Weihnachtsbaumbesitzer ihren Obolus geleistet hatten. Da die Spende längst nicht mehr an den Bäumen befestigt wird – Langfinger hatten sich daran bedient – müssen die Brandbekämpfer Klinken putzen und auf Überweisungen hoffen. Gelingt es beim ersten Mal nicht, den Besitzer zu ermitteln, wird später noch ein Versuch unternommen. Die Bäume bleiben am Ende nicht liegen.

Zahlreiche Unterstützer

In diesem Jahr waren die Bedingungen für alle Helfer recht angenehm, nachdem es zuletzt viel geregnet hatte. Es war bis zum Nachmittag trocken, auch wenn sich die Sonne nicht blicken ließ. Der lange Arbeitstag begann um 7 Uhr mit einem gemeinsamen Frühstück und einer kurzen Unterweisung im Feuerwehrhaus. Mehr als 60 Helfer aus der Kinder-, Jugend- und Einsatzabteilung waren diesmal mit 17 Fahrzeugen unterwegs. Mit dabei auch Mitglieder des Technischen Hilfswerks (THW). Weitere Unterstützung gab es durch den Malteser Hilfsdienst, Beiers Baumkletterer, die Seehöfer Milchtankstelle, den Stadtbetrieb, Rollrasen Hedderich aus Einhausen, Erler & Wöppel Abwassertechnik Mannheim, die Johanniter (JUH), den Malerbetrieb Pickert und den Truckservice Bergstraße, die Personal und Fahrzeuge stellten.

In der Funkzentrale liefen bei Jacqueline Bidstrup und Denise Angotti wieder die Fäden zusammen, wo die Koordination stattfand und Rückfragen beantwortet wurden. Dabei kamen alle Arten der modernen Technik zum Einsatz. Zünftiger ging es währenddessen in der Küche zu, wo das Mittagessen – selbst gemachte Ravioli – zubereitet wurde. Dazu gab es Tomatensauce und Salat. Die Zutaten lieferte die Lammschlachterei Baumann kostenlos. Am Ende der Sammelaktion gab es dann noch einmal eine deftige Mahlzeit mit heißen Würstchen zum Aufwärmen, es wurde Bilanz gezogen und die eine oder andere Anekdote zum Besten gegeben. Dabei kam auch zur Sprache, dass es für die Fahrzeuge in manchen Straßen wieder ganz schön eng war.

Der Erlös der Weihnachtsbaumsammelaktion kommt einmal mehr der Jugendarbeit der Feuerwehr zugute. Der Nachwuchs kann sich aber nicht nur über eine gute Einnahme freuen, denn demnächst soll endlich mit dem Bau einer eigenen Unterkunft begonnen werden. Wie gebaut wird, steht noch nicht fest. Für die Kinder und Jugendlichen soll es neben zeitgemäßen Versammlungs- und Schulungsräumen auch sanitäre Anlagen geben.

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