Viernheim

Volkshochschule Philosoph Anton Schmitt leitet Gesprächskreis zum Thema „Was heißt Bildung?“

Mehr als nur reines Faktenwissen

Archivartikel

Viernheim.Nach einer Corona-bedingten Pause kam der Lampertheimer Philosoph Anton Schmitt wieder zu einem Treffen nach Viernheim. Die Volkshochschule (VHS), die den philosophischen Gesprächskreis organisierte, hatte in der Kulturscheune alle Vorkehrungen für den Coronaschutz getroffen. Als Thema der Betrachtungen im Rahmen von „Sonntags bei Anton“ gab Schmitt die Frage „Was heißt Bildung?“ vor.

Die Standpunkte, Überzeugungen und Definitionen der philosophischen Gesprächsrunde bezeichnete Horst Stephan, Amtsleiter des VHS, als einen großen Gewinn. Es gehe der VHS darum, die Bürger durch Bildungsangebote in die Lage zu versetzten, sich in das gesellschaftliche und politische Leben des städtischen Gemeinwesens einzubringen. Demokratie müsse geübt und gelebt werden.

Das Wissen über den Stand der eigenen Bildung war bei den Teilnehmern der Gesprächsrunde sehr unterschiedlich. Mehrfach wurde die eigene Berufserfahrung genannt. Andere Gesprächsteilnehmer nannten als Bildung das Wissen, die Welt im Großen und Kleinen zu verstehen. Schmitt stellte jedoch fest, dass Faktenwissen nicht dazu führe, gebildet zu sein.

Verständnis für andere

So sei ihm zu Folge „Wikipedia“ ein ungebildetes System. Das Verständnis für andere, mit ihnen mitzufühlen, sei Ausdruck der Herzensbildung, deren Keim meist die Familie sei. Dabei war man sich einig, dass Bildung einem nicht in die Wiege gelegt wird. Bilden müsse man sich selbst. Als wichtigsten Antrieb für die persönliche Bildung nannte Schmitt immerwährende Neugierde.

Der Begriff der „Digitalen Bildung“, der im Zuge des Lockdowns in den Fokus gerückt war, würde laut Schmitt als Bildung nicht anerkannt. An dieser Stelle müsse man von einer Ausbildung sprechen. Schmitt beschrieb diesen Bereich als Tastendrücker-Wissen. Als wertvolle Quelle für die Erweiterung der persönlichen Bildung empfahl der Philosoph den Gesprächsteilnehmern die Lektüre des Textes „Wie wäre es, gebildet zu sein“ des Schweizer Philosophen Peter Bieri. H.T.

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