Viernheim

Wiesenwegbrücke Parlament befürwortet Abriss / Grüne zweifeln an Fertigstellung bis 2021 / Geringere Lärmbelastung angestrebt

Mehrheit will Kreisverkehr

Archivartikel

Viernheim.Die Wiesenwegbrücke über die L 3111 soll abgerissen und durch einen Kreisverkehr ersetzt werden. Gleichzeitig ist vorgesehen, die Ohm- und Alexander-Flemming-Straße zu Sackgassen umzubauen. CDU, SPD, Grüne, FDP sowie Rosemarie Migenda-Wunderle von der UBV stimmten in der Stadtverordnetenversammlung für die Pläne der Verwaltung. Die anderen sechs UBV-Vertreter und die beiden Stadtverordneten der WGV sprachen sich gegen den Neubau des Verkehrskreisels aus.

Eine Entscheidung, wie es mit den beiden maroden Teilbrücken (eine je Fahrtrichtung) im Nordosten von Viernheim weitergeht, war dringend notwendig gewesen. Eine Prüfung im Oktober vergangenen Jahres hatte ergeben, dass sowohl die Verkehrssicherheit als auch die Standsicherheit beeinträchtigt sind. Als Alternative zum Neubau des Kreisels stand eine Sanierung der Wiesenwegbrücke im Raum (wir berichteten).

Diese hätte die Stadt laut der aktuellen Berechnung der Verwaltung rund 1,25 Millionen Euro gekostet. Für den Abriss der Brücke, die Errichtung des Kreisels und die Umgestaltung der Einmündungen von Ohm- und Alexander-Flemming-Straße zu Sackgassen muss Viernheim insgesamt rund 865 000 Euro aufbringen. Denn die Landesbehörde Hessen Mobil hat eine Förderung in Aussicht gestellt und wird nach Bewilligung des Antrags die verbleibenden Kosten von etwa 1,114 Millionen Euro übernehmen.

Voraussetzung: Baurecht schaffen

„Die Dringlichkeit ist jetzt deutlich nach vorne gerückt“, erklärte Klaudia Forg (SPD) im Gremium. Man müsse eine „Fertigstellung des Kreisverkehrs schnell vorantreiben“, um zu verhindern, „dass es vorher noch zu einer teilweisen oder kompletten Sperrung der Brücke kommt“. Um die Förderung beim Land zu beantragen, muss jedoch erst das Baurecht geschaffen werden. Dafür muss die Stadt einerseits circa 50 Quadratmeter an Grundflächen kaufen, die durch die Baumaßnahmen betroffen sind. Der andererseits notwendigen Anpassung der Bebauungspläne stimmte die Stadtverordnetenversammlung mit dem Beschluss zum Neubau des Kreisels ebenfalls zu.

„Der Stichtag für die Antragstellung ist immer der 30. September“, hatte Lars Wichmann vom planenden Ingenieurbüro schon im Ausschuss Umwelt, Energie, Bauen am Dienstag deutlich gemacht. „Und bis der bewilligt ist, dauert es seine Zeit.“ Er rechnet damit, dass der Abriss der Brücke sowie der Neubau des Kreisels „wohl neun Monaten bis ein Jahr in Anspruch nehmen werden“. Manfred Winkenbach (Grüne) zweifelte im Ausschuss daraufhin die geplante Fertigstellung im Jahr 2021 an.

Dennoch sprach sich Winkenbach in der Stadtverordnetenversammlung deutlich für den Neubau des Kreisels aus. „Wer sich der Erkenntnis verweigert, dass das auch langfristig mit weniger Kosten für die Stadt verbunden ist, liegt einfach falsch“, sagte er direkt an Walter Benz (UBV) gerichtet. Benz hatte zuvor die insgesamt höheren Baukosten für die Kreisverkehr-Lösung bemängelt. „Fördergelder sind auch Steuergelder“, betonte er. Benz warf die Frage auf, ob die Instandhaltungskosten der Brücke in der Vergangenheit höher waren als es die Kosten sein werden, die künftig beim Kreisverkehr anfallen. Die Unabhängigen Bürger Viernheim seien generell für Kreisel, „aber nicht für den dritten innerhalb von 1000 Metern“. Zudem machte Benz auf zeitgleich anstehende Bauarbeiten im nahegelegenen Bereich Bannholzgraben 2 aufmerksam.

Jörg Scheidel (CDU) zählte dagegen die Vorteile der Pläne auf: „Es werden Fahrradwege geschaffen, dazu barrierefreie Übergänge. Außerdem wird der Lärmschutz der Anwohner, die Verkehrsführung und damit die Erreichbarkeit der Gewerbegebiete 1 und 2 verbessert.“ Das Thema sei nicht neu, und „die CDU befürwortet den Kreisel schon seit Jahren“. Tobias Gieding (FDP) erklärte, dass eine geeignete Umleitungsstrecke für die Dauer der Bauarbeiten gefunden werden müsse, aber „langfristig gesehen spricht alles für den Kreisverkehr“.

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