Viernheim

Fastnacht Bürgermeister Matthias Baaß empfängt Narren des Clubs der Gemütlichen im Rathaus / Spannende Quizfragen rund um die Freiwillige Feuerwehr

Melanie I. nimmt Stadtschlüssel entgegen

Archivartikel

Viernheim.Während Präsident Detlef Gläser das närrische Publikum beim Empfang der Stadt Viernheim begrüßt, fangen die Gäste an zu kichern. Im Hintergrund hat sich Bürgermeister Matthias Baaß nämlich einen Feuerwehrhelm aufgesetzt. „Ich bin bereit“, kündigt er an, dass er es dem Club der Gemütlichen (CdG) schwer machen wird, sich den Stadtschlüssel zu holen.

Bevor das Stadtoberhaupt aber die Schlüsselgewalt abgibt, sind die Fastnachter bei einem Quiz gefordert. Als „Bestechungsversuch“ haben die Gemütlichen die Sternengarde dabei. Die jungen Tänzerinnen legen im Ratssaal ihren Tanz auf das Parkett. „Das reicht leider nicht“, teilt Matthias Baaß schmunzelnd mit. Stattdessen stellt er das Wissen der Narren um die Viernheimer Feuerwehr auf die Probe. „Das liegt nahe, wenn die Prinzessin bei der Feuerwehr aktiv ist und ,von Feuer und Flamme’ heißt“, sagt der Bürgermeister. Und schließlich ist Melanie I. ja auch mit Brandschutzjacke in einem Feuerwehr-Einsatzfahrzeug am Rathaus vorgefahren.

Elf Frauen in der Einsatzabteilung

Den Helm gibt der Bürgermeister direkt an den Elferrat weiter – wer ihn aufhat, muss eine Frage zur Feuerwehr beantworten. Obwohl der CdG mit Vizepräsident Thomas Mandel einen aktiven Brandschützer in seinen Reihen hat, liegt er gleich bei der ersten Frage daneben und unterschätzt die Anzahl der Einsätze im Jahr 2018. Genau 442 Mal rückten die Brandschützer aus, die Narren hatten 354 Einsätze vermutet. Dafür wissen die Fastnachter, dass die Einsatzabteilung 84 Mitglieder hat und darunter elf Frauen sind.

„Diese Frage ist nicht so einfach“, gibt Baaß zu, als er die jährlichen Ausgaben der Stadt für die Wehr pro Einwohner wissen will. „Wenn das nicht stimmt, könnte die Stadt das ja dahin aufrunden“, sagt Elferrat Steffen Koob und tippt auf die höchste Summe. 30 Euro stimmt, folglich beträgt die Unterstützung für die Feuerwehr eine gute Million Euro. Die Einnahmen liegen laut Baaß dagegen bei gerade einmal 100 000 Euro. „Es ist ein Zuschussgeschäft für die Stadt, aber zugunsten der Sicherheit, rund um die Uhr, an 365 Tagen im Jahr“, fasst der Bürgermeister zusammen. Dann lobt er den CdG: „Die Prinzessin hat ein Team, das sich mit der Feuerwehr auskennt und wirklich Feuer und Flamme ist.“ Folglich muss der Verwaltungschef den Stadtschlüssel herausrücken. Damit übernimmt Melanie I. von Feuer und Flamme die Macht im Rathaus und ernennt den Bürgermeister in ihrer „Regierungserklärung“ zum Ersten Sekretär.

Erste Gratulanten der neuen Regentin sind die Großen Drei. Prinzessin Viktoria I. und Vizepräsident Carlo Brandmüller beglückwünschen die Gemütlichen zum erfolgreichen Empfang. CdG-Präsident Detlef Gläser entlässt die Narren schließlich mit einigen humorvollen und zugleich nachdenklich stimmenden Aussagen: Zum Jahreswechsel habe er sich Gedanken gemacht und Statistiken gelesen, mit was man sein Leben – durchschnittlich 70 Jahre – verbringe. Demnach kommt der Mensch auf 23 Jahre Schlaf und 31 Jahre Medienkonsum. „Bis du aufgestanden bist und Zeitung gelesen hast, bist du 54. Nach Frühstück, Katze füttern und Post holen ist das Leben fast rum“, erklärt Gläser. Fürs Telefonieren werden nach Angaben des CdG-Präsidenten 1,5 Lebensjahre benötigt. Dann hält er kurz inne und fügt hinzu: „Frauen mal zehn.“ Das närrische Publikum muss lachen.

Bereits am Sonntag, 12. Januar, 13.11 Uhr, gibt es den nächsten Empfang im Rathaus. Dann erweisen die Großen Drei mit Prinzessin Viktoria I. der Stadtspitze die Ehre. Verwaltung und Fastnachter sorgen gemeinsam für das Programm.

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