Viernheim

Geschichte Neue Gedenktafeln auf dem Viernheimer Friedhof machen Namen wieder lesbar

Menschen hinter den Zahlen

Viernheim.Das Ende des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren hat das Friedhofsamt zum Anlass genommen, einen lang gehegten Plan umzusetzen: „Die Namen waren schon lange nicht mehr so gut zu lesen und wir wollten da was tun“, fasst es Angela Burkert zusammen. In Absprache mit ihrem Chef Jürgen Mathias und Bürgermeister Matthias Baaß und mit den Kollegen vom Stadtarchiv und vom Bauhof hat sie ihre Vorstellungen umsetzen können: Vier neue Gedenktafeln bringen die 340 gefallenen und 19 vermissten Viernheimer ins Gedächtnis; in Gefangenschaft verstarben fünf Soldaten aus Viernheim.

Vor dem Hintergrund des Gefallenendenkmals sind ihre Namen zu lesen, das Foto hat Burkert selbst gemacht. Eine Viernheimer Druckerei hat diesen Entwurf auf sogenannten Alu-Dibond-Platten ausgeführt, die Mitarbeiter des Bauhofs die Stelen hergestellt.

Im Stadtarchiv war ein ebenfalls schwer lesbares Verzeichnis der „gefallenen Krieger“ gefunden worden, der Rest war Detektivarbeit der Mitarbeiterin des Friedhofsamts. Burkert hat ihre Ausbildung vor elf Jahren bei der Stadt begonnen und sagt, dass sie ihre Arbeit liebt: „Ich gehe darin total auf, es ist immer was anderes und der Bürgerkontakt gefällt mir auch sehr.“

Kriegsgräber im direkten Umfeld des Denkmals gibt es insgesamt 70 – davon 44 aus dem Ersten Weltkrieg, 26 aus dem Zweiten Weltkrieg. „Ich denke, dass ihre Leichname nach Viernheim überführt und hier bestattet worden sind“, erzählt Burkert – bestätigt habe ihre Theorie noch niemand. Sie will beim Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge nachfragen.

Zur Feierstunde am Sonntag, 18. November, um 11 Uhr auf dem Alten Friedhof in der Lorscher Straße sind alle Bürger eingeladen. Die Rede hält Bürgermeister Baaß. Musikalisch umrahmt wird die Feierstunde vom MGV Liederkranz, vom Musikkorps der Freiwilligen Feuerwehr und von Hermann Wunderle an der Orgel. Auszubildende der Stadtverwaltung verleihen der Veranstaltung durch den Vortrag von Gedichten und Texten zum Volkstrauertag einen besonderen Akzent. Die offizielle Feierstunde endet mit einer Kranzniederlegung am Denkmal für die in beiden Weltkriegen gefallenen Soldaten der Stadt Viernheim.

Tag als Mahnung

Bürgermeister Baaß hat alle Vereine, Organisationen und Verbände zu dieser Gedenkveranstaltung eingeladen. In seinem Schreiben betont er: „Der Volkstrauertag mahnt uns, aller Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft zu gedenken. Nur Versöhnung, Kooperation und Verständigung, nur Frieden und Demokratie, nur ein von gegenseitiger Achtung geprägtes Miteinander schaffen einen dauerhaften Frieden.“ Verdun und Stalingrad seien eine Mahnung.

Info: Fotostrecke unter morgenweb.de/viernheim

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