Viernheim

Gericht 25-Jähriger wegen versuchten Totschlags angeklagt

Messerattacke vor dem SG-Klubhaus

Viernheim/Darmstadt.Wegen versuchten Totschlags muss sich seit Montagvormittag ein 25 Jahre alter Mannheimer vor dem Darmstädter Schwurgericht verantworten. Der Mann soll am 22. Februar dieses Jahres auf einer privaten Geburtstagsparty im Vereinsheim der Sportgemeinschaft (SG) 1983 Viernheim einem Schüler aus dem Gorxheimertal drei Mal mit einem Messer in den Oberkörper und in den Hals gestochen haben.

Dabei soll er die Halsschlagader nur knapp verfehlt und die Lunge des Opfers verletzt haben. Zuvor soll er dem 18-Jährigen das Nasenbein gebrochen haben. Der Geschädigte musste notoperiert werden. Bei Prozessbeginn machte der Angeklagte von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch.

Laut den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft soll der 25-Jährige zur Tatzeit alkoholisiert gewesen sein und unter Drogen gestanden haben. Bereits auf der Hinfahrt zu der Feier in Viernheim soll er einer Bekannten sein Messer mit der Aussage überlassen haben, dass er „heute Alkohol trinken will“.

Zu der folgeschweren Begegnung zwischen dem Angeklagten und dem Schüler vor dem Klubhaus der SG kam es am späten Abend. Beide Männer kannten sich bis zu diesem Zeitpunkt nicht.

„Ich war gut gelaunt und wollte mich vorstellen“, sagte der Zeuge und Nebenkläger vor Gericht aus. Er habe dem anderen, der sich mit einer jungen Frau ebenfalls im Freien befand, die Hand hingestreckt, die dieser aber verweigert habe. Nach einem kurzen Wortwechsel, sei er weiter in Richtung Vereinsheim gelaufen als ihn der Unbekannte mit den Worten „Komm doch“ aufgehalten, ihn kurz darauf attackiert und dabei festgehalten habe.

Verletzter ohne Erinnerung

„Dann habe ich mir Platz gemacht und mich umgedreht“, erklärte der Schüler. Ob er dem Angreifer zuvor – wie von diesem angegeben – eine „leichte Ohrfeige“ verpasst hat, wisse er nicht mehr: „Ich kann es aber nicht ausschließen.“

In der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft steht darüber hinaus, dass der grundlos aufgebrachte Gast zuvor in die Handtasche seiner Begleiterin gelangt und sein Messer hervorgeholt habe. Der Schwerverletzte, der zunächst von den Stichen nichts bemerkte, lief zurück zu seinen Freunden, als er Blut auf seinem Pullover bemerkte: „Danach weiß ich nichts mehr. Ich habe keine Erinnerung daran“, teilte er im Gerichtssaal mit.

Der Prozess wird am Mittwoch, 13. November, fortgesetzt. Geplant sind zwei weitere Verhandlungstage am Freitag, 15. November, sowie am Montag, 25. November.

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