Viernheim

Verwaltung Ousseini Ouedraogo ist neuer Koordinator für Entwicklungspolitik / Partnerschaft mit Silly in Burkina Faso als Schwerpunkt

Mit dem Land bestens vertraut

Viernheim.„Es ist eine große Ehre für mich, die Städtepartnerschaft mit Silly zu unterstützen“, erklärt Ousseini Ouedraogo. Der Koordinator für kommunale Entwicklungspolitik der Stadt Viernheim ist seit wenigen Wochen im Amt. Bei einer Pressekonferenz stellte er sich am Mittwoch der Öffentlichkeit vor.

Ouedraogo soll verschiedene bereits laufende Projekte der Stadt unterstützen. Eine zentrale Rolle spielt die Städtepartnerschaft zwischen Viernheim und Satonévri/Silly in Burkina Faso, die weiter ausgebaut werden soll. Hierfür bringt Ouedraogo besonders gute Voraussetzungen mit. „Ich kenne die Strukturen und kann mit den Leuten reden.“ Der 39-Jährige kommt nämlich selbst aus Burkina Faso, genauer gesagt aus der Stadt Ouahigouya. „Das war jedoch keine Voraussetzung für die Besetzung der Stelle“, erklärt Bürgermeister Matthias Baaß.

Die Position sei ganz normal ausgeschrieben gewesen und Ouedraogo habe sich als am besten geeignet erwiesen. Ouedraogo lebt seit 2005 in Deutschland. Er studierte Politikwissenschaft an der Universität Duisburg-Essen und „Demokratisches Regieren und Zivilgesellschaft“ an der Universität Osnabrück. Danach arbeitete er bei einer Beraterfirma, die unter anderem im Niger und in Mali Projekte in den Bereichen Wasserversorgung, Schulbildung und Umweltschutz organisierte. Hierbei kümmerte er sich vor allem um soziale Aspekte.

Die Stelle in Viernheim wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und zu zehn Prozent von der Stadt finanziert und ist zunächst auf zwei Jahre befristet. „Dahinter stehen Pläne des Ministeriums, die kommunale Ebene stärker in die Entwicklungspolitik einzubinden“, berichtet Baaß.

Dazu arbeitet Ouedraogo unter anderem eng mit dem Verein Focus zusammen, der die Partnerschaft mit Silly fördert. Außerdem möchte er in der Rhein-Neckar-Region ein Netzwerk mit anderen Städten und Organisationen aufbauen, die sich mit Nachhaltigkeit und Entwicklungshilfe beschäftigen.

Ouedraogos Stelle ist dem Fachbereich Jugendförderung angegliedert. Besonders junge Menschen möchte er zu mehr Nachhaltigkeit animieren und ihr Konsumverhalten und ihren Umgang mit Energie verbessern.

An der Friedrich-Fröbel-Schule hat er unter anderem einen Ausflug in den Tivoli-Park mitorganisiert, bei dem die Schüler mehr über Umweltschutz lernen konnten. Zudem soll sich ein Theaterstück mit dem Projekt „Ein Kind ein Baum“ befassen, in dessen Rahmen in Silly Obstbäume gepflanzt werden.

Neulich hat er Briefe von dort lebenden Kindern übersetzt, um den Fröbelschülern die Situation vor Ort näherzubringen. Für die Zeit nach den Sommerferien plant Ouedraogo eine Umwelt-AG. Vergleichbare Angebote soll es auch an anderen Schulen und in Jugendeinrichtungen geben.

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