Viernheim

Hauptversammlung Förderverein setzt sich für Fortbestand des Haus des Lebens ein

Mitglieder mit Zukunftssorgen

Archivartikel

Viernheim.Wie geht es mit dem Haus des Lebens weiter, wenn Schwester Silvia und Schwester Mathilde im kommenden Jahr nicht mehr in Viernheim sind? Es war vor allem diese Frage, die die Mitglieder des Fördervereins bei der Mitgliederversammlung beschäftigte.

„Es haben noch keine Gespräche stattgefunden, ob und wie es ab April weitergehen wird“, erklärte Fördervereinsvorsitzende Eleonore Dewald den zahlreich erschienenen Mitgliedern. Sie verwies auf eine erste Sitzung des Vereins Haus des Lebens in der kommenden Woche, in der die Träger der Einrichtung – unter anderem das Bistum Mainz, der Caritasverband Darmstadt, der Orden der Barmherzigen Schwestern, die katholischen Gemeinden – erstmals zur aktuellen Situation und weiteren Entwicklung tagen werden.

Erst vor einigen Wochen wurde bekannt, dass Schwester Silvia und Schwester Mathilde das Haus des Lebens sowie die Kinderkleiderkammer Jacke wie Hose zum 31. März verlassen werden (wir berichteten). „Das hat eingeschlagen wie ein Blitz“, sagte Eleonore Dewald und versprach gleichzeitig: „Wir kämpfen dafür, dass diese Einrichtung in Viernheim bestehen bleibt und die Arbeit fortgeführt wird.“

Die Wortmeldungen dazu waren eindeutig: Die Fördervereinsmitglieder sorgen sich um die Zukunft des Haus des Lebens und sprachen sich für den Fortbestand der Arbeit aus. Schwester Silvia berichtete über den Grund für die Veränderung: Der Orden habe – in Absprache mit den Schwestern – den Gestellungsvertrag mit dem Bistum gekündigt, weil die Schwestern andere Aufgaben im Orden übernehmen werden. „Wir gehen in ein Bildungs- und Exerzitienhaus, das nicht nur näher am Mutterhaus ist, sondern auch näher an unserer Heimat“, erläuterte Schwester Silvia. Der Abschied aus Viernheim werde beiden schwerfallen: „Nach fast 20 Jahren sind wir hier schon verwurzelt“, sagte Schwester Silvia.

Mehr als 300 Beratungsgespräche

Im Bericht für das Jahr 2018 beeindruckte sie mit Zahlen: 217 Frauen seien unterstützt, 305 Beratungsgespräche geführt worden. 187 Erstlingsausstattungen seien ausgegeben worden, 312 Mal wurden andere Dinge wie Möbel oder Kindersitze verteilt. Zu 35 informativen Besuchen im Haus des Lebens kamen sieben Termine, bei denen die Schwestern die Einrichtung und ihre Arbeit vorstellten. „Ohne den Förderverein wäre das alles nicht möglich“, bedankte sich Schwester Silvia, „er unterstützt nicht nur finanziell, sondern auch durch Mitarbeit, zum Beispiel bei Jacke wie Hose.“

Der Weggang der Schwestern ist nicht die einzige Veränderung rund um das Haus des Lebens, wie Eleonore Dewald in ihrem Rechenschaftsbericht erläuterte: Mit Pfarrer Angelo Stipinovich zog nicht nur der Initiator des Hauses und Zweite Vorsitzende des Fördervereins aus Viernheim weg. „Er hat viel Engagement und Herzblut investiert“, sagte Dewald. Weil auch kein Kassenwart im Amt war, arbeitete der Vorstand mit drei Ehrenamtlichen weiter. Die Aufgaben wie beim Budenzauber von St. Hildegard-St. Michael oder dem Sommerfest im Vogelpark konnten trotzdem erledigt werden.

Erstmals wurde eine Aktion zum Schulstart durchgeführt: Schulranzen und Schulmaterial wurden an die Kunden des katholischen Sozialzentrums gegen einen kleinen Obolus ausgegeben. Eigentlich stehen Neuwahlen erst im Frühjahr auf der Tagesordnung. Die vakanten Positionen im Vorstand konnten aber bei der Mitgliederversammlung besetzt werden. Carmen Tomaszewski, die bisher Beisitzerin war, wurde zur neuen Zweiten Vorsitzenden gewählt. Das Amt des Kassenwarts übernahm Bernhard Trieb und komplettiert damit den Fördervereinsvorstand. su

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