Viernheim

Musikschule Verwaltung schlägt Satzungsänderung vor / Familienermäßigung bleibt bestehen / Jährlicher Zuschussbedarf liegt bei 460 000 Euro

„Moderate Gebührenerhöhung“ geplant

Archivartikel

Viernheim.Eine „moderate Gebührenerhöhung“, so heißt es in der Verwaltungsvorlage, plant die Stadt ab dem 1. Oktober für ihre Musikschule. Die monatlichen Beiträge sollen zwischen 0,50 Euro – etwa im Fall der Musikalischen Früherziehung – und 4,40 Euro beim 60-minütigen Einzelunterricht angehoben werden. Am Mittwoch, 8. August, 18.30 Uhr, wird sich der Sozial- und Kulturausschuss mit der Thematik befassen, am darauf folgenden Donnerstag, 9. August, 19 Uhr, steht die Neuordnung der Gebührensatzung auf der Tagesordnung des Haupt- und Finanzausschusses. Beide Sitzungen finden im Ratssaal statt.

Der 45-minütige Einzelunterricht soll der Auflistung zufolge um 2,80 Euro teurer werden und künftig 94 Euro im Monat kosten. Beim 45-minütigen Gruppenunterricht mit drei Teilnehmern würden im neuen Semester 48 Euro fällig, das entspricht einer Kostensteigerung von 1,10 Euro. Von der vorgesehenen Gebührenanpassung nicht betroffen ist der Klassenunterricht, für den weiterhin 25 Euro berechnet werden sollen. Auch die Mietgebühren für die Instrumente bleiben mit 9 beziehungsweise 12 Euro unangetastet. Erwachsene Teilnehmer zahlen unverändert einen 30-prozentigen Zuschlag auf die Gebühren der jeweiligen Unterrichtsform. Gleichzeitig gibt es Ermäßigungen, wenn mehrere ortsansässige Familienmitglieder die städtische Musikschule besuchen. Für das zweite Familienmitglied wird ein Rabatt von 20 Prozent gewährt, der dritte Angehörige zahlt 30 Prozent weniger, und ab der vierten Person beträgt die Ermäßigung jeweils 50 Prozent. Die Preisreduktion wird immer auf den niedrigeren Gebührensatz gewährt.

Im Vergleich zu den Nachbarstädten schneidet Viernheim ganz unterschiedlich ab. Beim 45-minütigen Einzelunterricht etwa wäre Viernheim (94 Euro) künftig teurer als die Einrichtungen in Bensheim (90 Euro) und Heppenheim (79 Euro), höhere Beträge werden hingegen in Lampertheim (104,30 Euro) und Weinheim (112 Euro) eingefordert. Der Durchschnitt in der Region liegt bei 95,05 Euro.

Mit 48 Euro deutlich über dem Durchschnittswert von 40,44 Euro liegt die Viernheimer Musikschule laut Gebührenvorschlag beim 45-minütigen Gruppenunterricht mit drei Teilnehmern. Bensheim verlangt hier 35 Euro, Heppenheim 40 Euro, Lampertheim 45,70 Euro und Weinheim 46 Euro. Die Känguru-Musik soll in Viernheim bald 25,50 Euro kosten, in Bensheim sind es aktuell 23 Euro, in Heppenheim 21 Euro, in Lampertheim 25,39 Euro und in Weinheim 28,40 Euro. Das Mittel liegt in diesem Bereich zurzeit bei 24,25 Euro.

Konzept aus dem Jahr 2014

Im März 2014 hatte die Stadtverordnetenversammlung das Konzept „Musikschule 18 – Schule für Generationen“ für den Zeitraum 2014 bis 2018 beschlossen. Ziel war es, durch verschiedene Maßnahmen den jährlichen Zuschussbedarf bis 2015 um 100 000 Euro zu senken und anschließend auf einem Niveau von rund 460 000 Euro zu halten. Dies gelang, zuletzt konnte die Stadt sogar auf die ursprünglich geplante jährliche Gebührenanpassung verzichten. Zur „Stabilisierung der Haushaltszahlen“ soll nach Vorstellung der Verwaltung nun aber eine Beitragserhöhung erfolgen. Das Kulturamt will auf diese Weise erreichen, „dass sich nicht ein ,Stau’ bildet, der eine höhere und damit schmerzhaftere Gebührenanhebung erforderlich macht“.

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