Viernheim

Kultur Apostelspielschar und Starkenburg-Philharmoniker präsentieren an Pfingsten die Operette „Frau Luna“

Musikalische Reise zum Mond

Viernheim.Lange vor den amerikanischen Astronauten war der Berliner Komponist Paul Lincke mit „Frau Luna“ musikalisch auf dem Mond. Wie er diesen Ausflug ins All gestaltete, erfahren die Viernheimer Musikfreunde am 8., 9. und 10. Juni bei den Aufführungen der Operette „Frau Luna“ von den Mitwirkenden der Apostelspielschar und der Starkenburg-Philharmoniker. Bei dem Bühnenstück geht es nicht um Walzerseligkeit im Dreivierteltakt, sondern um die Freude am einzigartigen Berliner Milieu.

Wie sehr sich Darsteller und Musiker auf die Aufführungen am Pfingstwochenende freuen, ist zurzeit bei den Proben im Pfarrgarten hinter der Apostelkirche, bei den Arbeiten am Bühnenbild und den Garderoben zu erkennen. „Wir freuen uns auf die Premiere“, teilt denn auch Regisseurin Birgit Käser mit. Die Starkenburg-Philharmoniker bereiten sich unterdessen musikalisch auf die Begegnung mit den Schauspielern vor. Zwar ist bei den aktuellen Proben im Pfarrgarten das Orchester noch nicht dabei, doch auch die Musik vom Band geht sofort ins Ohr.

Berühmte Melodien

Die Operette „Frau Luna“ wurde 1899 uraufgeführt. Die bekanntesten Musikstücke daraus sind der Marsch „Das macht die Berliner Luft, Luft, Luft“, das Duett „Schenk mir doch ein kleines bisschen Liebe“ und die Arie „Schlösser, die im Monde liegen“. Im Verlauf des Stücks will der Mechaniker Fritz Steppke zum Mond fliegen. Deshalb hat er ein spezielles Gefährt gebaut. Er startet mit seinen Freunden, dem Schneider Lämmermeier und Herrn Pannecke vom Balkon seiner Mansardenwohnung. In letzter Sekunde kommt seine Vermieterin, die Witwe Pusebach, hinzu. Steppkes Verlobte Marie bleibt zurück. Auf dem Mond herrscht nicht der Mann im Mond, sondern Frau Luna. Es kommt zu einigen Verwirrungen. Und mit der Erkenntnis, dass es auf dem Mond auch nicht anders zugeht als auf der Erde, geht es wieder zurück.

Birgit Käser arbeitet mit den Darstellern zurzeit an den großen Ensemble-Szenen. „Ist die Welt auch rund und schön, muss sie doch auch untergehen“, erklingt es vielstimmig von der Bühne. Dann wird eine andere wichtige Szene aufgerufen. Diesmal geht es um die temperamentvolle Aufforderung „Lass’ den Kopf nicht hängen“, ehe die heitere Warnung von der Bühne kommt: „Schlösser, die am Monde liegen, bringen Kummer, lieber Schatz.“

Die Inszenierung hatte eine lange Vorlaufzeit, schon Ende vergangenen Jahres begannen die Vorbereitungen. Die Proben laufen seit April. Regisseurin Birgit Käser und Dirigent Günther Stegmüller hoffen auch bei den diesjährigen Festspielen auf ausverkaufte Vorstellungen.

Mehr als 1000 Zuschauer besuchten in den vergangenen Jahren jeweils die drei Veranstaltungen. Mit dem Erlös unterstützen Schauspieler und Musiker den Innenausbau der Apostelkirche.

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