Viernheim

Kultur Auferstehungsgemeinde setzt Reihe „Konzerte mit kleinem Format“ in Corona-Zeiten fort

Musikalische Theodizee

Archivartikel

Viernheim.Theodizee ist eine zentrale Fragestellung des christlichen Glaubens, die sowohl Theologen als auch die Gläubigen bewegt: Wie ist das Leid in der Welt mit der Annahme zu vereinbaren, dass Gott sowohl allmächtig, als auch gütig ist? In der Zeit der Prüfungen durch die Corona-Pandemie wollte Kantor Martin Stein ein Zeichen setzten, indem er für die Musikreihe: „Konzerte mit kleinem Format“ bewusst neun musikalische Gotteslobe aus vier Jahrhunderten (von der Renaissance bis zur Romantik) – in Zusammenarbeit mit dem Gesangsduo Doris Steffan-Wagner und Martin Steffan – ausgesucht hatte. Wie in dieser Reihe üblich, fand im Anschluss noch ein zweites Konzert statt, um mehr Menschen den Besuch unter Corona-Bedingungen zu ermöglichen.

Das hochkarätige Gesangsduo, das Ehepaar Doris Steffan-Wagner mit ihrer brillanten, warmen Sopranstimme und Martin Steffan mit seiner ausdrucksstarken Tenorstimme, brachten diese Gotteslobe eindrucksvoll zur Geltung. Zu Beginn dieses Konzerts „Arien und Duette“ für Sopran, Tenor und Orgel standen drei Stücke des Hoforganisten der Herzöge von Braunschweig-Wolfenbüttel, Michael Prätorius (1571-1621), auf dem Programm. Diese verdeutlichten die selbstverständliche Frömmigkeit der damaligen Zeit besonders: „Heut singt die liebe Christenheit“, „Von edler Art“ und „Sie ist mir lieb, die werte Magd“.

Lob des Allmächtigen

Zuweilen spielte Steffan-Wagner auf der Blockflöte und Steffan auf einer Rahmentrommel, was ihrem Gesang noch eine ganz besondere individuelle Note verlieh. Um den spirituellen Charakter der Musik zu unterstreichen, las Pfarrer Markus Eichler zwischen den Gesangsblöcken Psalme aus der Bibel, welche ebenfalls die Herrlichkeit und die Güte des Allmächtigen lobten.

Im zweiten Abschnitt sang das Künstlerehepaar jeweils als Solisten Werke der Barockkomponisten Claudio Monteverdi („laudate Dominum“) und Heinrich Schütz („Ich will den Herren loben allezeit“). Hier zeigte Martin Steffan sein starkes stimmliches Engagement, während Martin Stein an der Orgel sich als Meister der fein ziselierten leisen Töne präsentierte. Bei Heinrich Schütz’ Gotteslob brachte Doris Steffan-Wagner ihre professionell geschulte Sopranstimme besonders eindringlich zur Geltung.

Der dritte Abschnitt reichte vom Spätbarock mit Johann Sebastian Bach und Wolfgang Amaudeus Mozart bis hin zur Romantik mit Felix Mendelsohn-Bartholdy – sein „Drum sing ich mit meinem Lied ewig Dein Lob“ wurde von Stein auf dem Klavier begleitet. Nach dem Segen von Pfarrer Eichler konnte beim „Abendsegen“ aus Engelbert Humperdincks Oper „Hänsel und Gretel“ Steffan-Wagner mit ihrem hellen Sopran besonders hervorstechen.

Das Publikum quittierte die herausragende Leistung beider Sänger mit langanhaltendem Applaus. Der Kulturgenuss von der Auferstehungsgemeinde wird mit dem Konzert „Sonaten“ für Querflöte und Oboe am Freitag, 18. September, um 18 Uhr und 19.30 Uhr fortgesetzt.

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