Viernheim

Naturheilverein Arzt Manfred van Treek informiert zu Restless-Legs-Syndrom

Muskelbewegung führt zu Schlafstörungen

Archivartikel

Viernheim.Die Selbsthilfegruppe Restless-Legs-Syndrom (RLS) wird vom Naturheilverein Viernheim, Weinheim und Umgebung bei ihrem Bemühen, hilfreiche Informationen über die Behandlung dieser Krankheit zu geben, unterstützt. Aus diesem Grund lud der Naturheilverein zu einem Vortrag von Manfred van Treek, Arzt für Naturheilverfahren und Umweltmedizin, in die Kulturscheune ein. Der Einladung waren viele Betroffene sowie die Vorsitzende der Selbsthilfegruppe, Roswitha Broos, gefolgt. Nach Darstellung des Viernheimer Arztes, der aus persönlicher Erfahrung über den Verlauf der Krankheit berichten konnte, haben Patienten im Bett permanente Muskelbewegungen vor allem in den Beinen, sodass sie erst nach Stunden völlig erschöpft einschlafen können. Als erste Hilfe sollten Betroffene aufstehen, um durch Laufen, etwa auf dem Hometrainer, oder durch Springen auf einem Trampolin die Beine wieder zu beruhigen.

Form der Durchblutungsstörung

Diese häufige Schlafstörung wiederum hat zur Folge, dass die Betroffenen am Tag völlig erschöpft seien. Verzweiflung, Konzentrationsstörungen, Vergesslichkeit, soziale Isolation, Depression sowie Leistungsabfall mit Auswirkungen auf Beruf und Familie können die Folgen sein. Die Neurologie beanspruche die Erkrankung, die bei fünf bis zehn Prozent der Bevölkerung auftrete, für ihr Fachgebiet und behandele die Patienten mit einem Nervenhormon, falls erforderlich, auch mit Opiaten, wie bei Parkinson, berichtete der Referent. Da würde man mit Morphiumkanonen auf RLS-Spatzen schießen, bemerkte van Treek. Aufgrund verschiedener Forschungsergebnisse sei RLS keine neurologische Krankheit, sondern eine besondere Form der Durchblutungsstörung. Eine diagnostische Möglichkeit, diese Durchblutungsstörung sichtbar zu machen, sei die Dunkelfeldmikroskospie. „Unter dem Aspekt von Durchblutungsstörung ergeben sich in der Naturheilkunde ganz andere Behandlungsmöglichkeiten, die vor allem kaum Nebenwirkungen haben“, erklärte Manfred van Treek. Als besonders wichtig nannte er entsäuernde Maßnahmen, zum Beispiel durch Basenpulver, Basenkonzentrat oder Magnesium-Citrat. Weiterhin solle die Ernährung gute, mehrfach ungesättigte Öle und Fette enthalten.

Zum Schluss ging der Referent noch auf Cannabis als Therapieoption ein. Er wies auf das therapeutische Potenzial von Cannabisblüten hin, das auch die Patienten mit Restless-Legs-Syndrom helfen würden. Leider werde die medizinische Anwendung von Cannabis durch den Staat und die Justiz verhindert, sagte van Treek. Bis heute sei der Erwerb oder der Anbau die Pflanze zur Behandlung von Restless-Legs-Syndrom-Patienten verboten.

Zudem verwies er als wichtige Hilfe auf Quellen im Internet und empfahl spezielle Bücher, in denen die Hilfen für Betroffene ausführlich beschrieben werden. Das große Interesse am Restless-Legs-Syndrom zeigte sich auch anhand der vielen Fragen, die während des zweistündigen Vortrags und im Anschluss an den Viernheimer Referenten gestellt wurden. H.T.

Zum Thema
Das Wichtigste von heute
Newsticker Südhessen Ticker
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional