Viernheim

Soziales Beate Preuss ist neue städtische Seniorenberaterin / Angebot richtet sich an Menschen ab 60

„Nächste Generation einbinden“

Viernheim.„Die älter werdende Gesellschaft stellt uns vor neue Herausforderungen, die ich gerne angehen möchte“, erklärt Beate Preuss. Bei einem Pressegespräch im Rathaus stellte sich die neue Seniorenberaterin am Mittwoch der Öffentlichkeit vor. Die Sozialarbeiterin unterstützt seit Anfang Juni Eberhard Schmitt-Helfferich, der nach dem Ausscheiden von Preuss’ Vorgängerin Anne Brück fünf Monate lang der einzige städtische Seniorenberater gewesen war. „Der Bedarf für zwei Stellen ist aber auf jeden Fall gegeben, da die Zahl der älteren Menschen zunimmt“, betont Bürgermeister Matthias Baaß.

Preuss arbeitet bereits seit mehreren Jahren mit Senioren, zuletzt in Weinheim. Sie hat außerdem Ausbildungen zur Heilerziehungspflegerin und zur Fotografin absolviert. „Davon habe ich mir das Auge für Details bewahrt“, berichtet sie.

Preuss und Schmitt-Helfferich beraten Senioren und deren Familien bei Themen wie Wohnen im Alter, Vorsorge oder Pflege. Sie geben zum Beispiel Ratschläge zu Patientenverfügungen oder Versicherungen und helfen beim Ausfüllen von Formularen. Zudem bieten die beiden eine psychosoziale Beratung an.

Andere Wohnformen

Preuss möchte unter anderem die Themen Digitalisierung und neue Wohnformen, wozu etwa Mehrgenerationenhäuser gehören, verstärkt angehen. Außerdem will sie gezielt „die nächste Generation“ ansprechen. „Die Seniorenberatung richtet sich an Menschen ab 60 Jahren“, erklärt Preuss. „Ein Problem ist aber, dass viele, die gerade noch im Berufsleben stehen oder vor kurzem in den Ruhestand gegangen sind, sich nicht als Senioren sehen.“

Die Angebote sind aber auch für sie wichtig: „Man sollte schon mit Mitte 60 darüber nachdenken, wie man im Alter leben möchte und nicht erst 15 Jahre später“, mahnt Schmitt-Helfferich. So wollten viele Rentner erst einmal reisen, würden aber nicht bedenken, dass soziale Kontakte im Alter wegbrechen oder dass sie irgendwann die Treppe zu ihrer Wohnung nicht mehr hochkommen.

Eine Möglichkeit, im Alter neue Kontakte zu knüpfen ist die selbstverwaltete Seniorenbegegnungsstätte (SBS). Diese bietet etwa einen Computertreff, Gymnastikkurse oder Runden zum Kartenspielen. „Damit das Angebot erhalten bleibt, ist es wichtig, dass sich hier nicht nur 80-Jährige engagieren“, so Schmitt-Helfferich. Wert legen die Berater auch auf den Dialog mit Organisationen wie dem Demenznetz sowie mit Jugendlichen. Preuss möchte in der SBS ein Erzählcafé einrichten, in dessen Rahmen ältere Viernheimer aus der Geschichte der Stadt erzählen.

Neue Lösungen müssen laut Schmitt-Helfferich für den Umgang mit alten Menschen mit Migrationshintergrund gefunden werden. „Viele Demente neigen dazu, nur noch in ihrer Muttersprache zu sprechen. Das kann bei Einwanderern aus der Türkei zum Problem werden, aber auch bei Russlanddeutschen.“

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