Viernheim

Kultur Amici d’Italia besuchen Aufführung von Giuseppe Verdis „Rigoletto“ bei den Bregenzer Festspielen

Narrenkopf ragt aus dem See

Viernheim.Kulturelle Eindrücke in der Schweiz, Deutschland und Österreich sammelte eine Gruppe der Viernheimer Amici d’Italia bei einer Fahrt zum Dreiländereck am Bodensee. Im Mittelpunkt der Unternehmung stand der Besuch der Oper „Rigoletto“ von Giuseppe Verdi bei den europaweit bekannten Bregenzer Festspielen. Da die Amici schon Wochen zuvor im weiten Umkreis von Bregenz kein freies Hotelzimmer mehr fanden, suchte deren Vorsitzender Gerhard Schindlbeck nach einer Unterkunft in der benachbarten Schweiz und wurde in der Stadt St. Gallen fündig.

Dieser Abstecher zu den Eidgenossen erwies sich als Glücksfall, da die Reisegruppe auf diese Weise die weltberühmte Stiftsbibliothek und die Kathedrale von St. Gallen kennenlernte. Mit ihrem überwältigend schönen Barocksaal und der einzigartigen Handschriftensammlung zählt die Stiftsbibliothek zu den bedeutendsten historischen Bibliotheken der Welt. Die Einrichtung beherbergt seit über 1000 Jahren einen zusammenhängenden Bestand an Manuskripten außerordentlicher Qualität am Ort ihrer Entstehung.

Abstecher nach Appenzell

Auch die Kathedrale St. Gallen ist eine europäische Sehenswürdigkeit. Sie wurde im 18. Jahrhundert erbaut und ist eine der letzten Sakralbauten des Spätbarocks. Sowohl die Stiftsbibliothek als auch die Kathedrale gehören zum Weltkulturerbe. Mit einem Abstecher nach Appenzell, einer viel besungenen Gemeinde der Schweiz, wurde das Programm der Viernheimer abgerundet.

Höhepunkt der Fahrt nach Bregenz war der Besuch der Oper „Rigoletto“ von Giuseppe Verdi, die von 6700 Besuchern auf der Seebühne am Bodensee stürmisch gefeiert wurde. Mit einer Aufführung im Konzertsaal sei diese Präsentation bei den Bregenzer Festspielen im Bodensee nicht zu vergleichen, darin waren sich die Gäste aus Viernheim einig. Durch die technisch aufwendige Bühnenausstattung erhält die Dramatik der berühmten Oper eine besondere Dimension. Das Staunen beginnt bei der Betrachtung des Bühnenbildes schon lange vor der Ouvertüre der Wiener Symphoniker, die die Besucher nur auf einem großen Videobildschirm bewundern können.

Schauriges Spektakel

Dann plötzlich leistet die Bühne selbst einen faszinierenden Beitrag zur Handlung. Ein großer Narrenkopf ragt aus dem Bodensee. Sein friedliches Gesicht kann sich in einen lüsternen Frauenverächter und in eine schreiende Fratze verwandeln. Seine Halskrause wird zur Spielfläche für eine ausgelassene Festgesellschaft. Magisch kann der Narr seine rechte Hand bewegen, während seine linke das untere Ende eines riesigen Ballons fest umklammert.

Dieses mutige Bühnenbild präsentiert Giuseppe Verdis Oper zwischen schaurigem Spektakel und innigem Kammerspiel. Worum es in der schicksalhaften Handlung geht, kommt schließlich in der weltberühmten Arie „La Donna è mobile“ zum Ausdruck. Der Herzog von Mantua wird in dem Bemühen, Frauen zu verführen von seinem Hofnarren Rigoletto unterstützt, bis er es auch auf dessen Tochter Gilda abgesehen hat. Ein Auftragsmörder bringt statt den Herzog Rigolettos Tochter um.

All diese Szenen beschreibt Giuseppe Verdis Musik, wobei bei dem turbulenten Geschehen mit zirkushaftem Treiben immer wieder Darsteller in den Bodensee stürzen. Nach dem stürmischen Finale wurde die außergewöhnliche Aufführung vom Publikum mit minutenlangem Beifall gewürdigt.

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